Ein Totalabstinenzler ist jemand, der sich von allem fernhält, vor allem von der Untätigkeit in den Angelegenheiten anderer.
- Ambrose Gwinnett Bierce
Klugwort Reflexion zum Zitat
Ambrose Gwinnett Bierce beschreibt in diesem Zitat auf ironische Weise den Charakter eines Totalabstinenzlers, indem er dessen Haltung auf zwischenmenschliche Beziehungen überträgt.
Der Begriff ‚Totalabstinenzler‘ wird hier nicht nur auf die Enthaltung von Genussmitteln, sondern auch auf soziale Interaktionen angewendet. Bierce hebt die Paradoxie hervor, dass Totalabstinenzler sich zwar bewusst von vielem fernhalten, jedoch aktiv in die Angelegenheiten anderer eingreifen können, um ihre eigenen Ideale durchzusetzen. Dies ruft eine Reflexion über die Grenze zwischen persönlicher Lebensführung und Einmischung in fremde Belange hervor.
Das Zitat lädt dazu ein, über die Konsequenzen moralischer Überzeugungen und deren Einfluss auf andere nachzudenken. Es regt an, sich kritisch zu fragen, ob der eigene Lebensstil oder Idealismus mit Respekt vor der Freiheit und den Entscheidungen anderer einhergeht. Bierce fordert dazu auf, den Balanceakt zwischen persönlicher Überzeugung und Toleranz gegenüber anderen zu erkennen und zu schätzen.
Zitat Kontext
Ambrose Gwinnett Bierce, ein US-amerikanischer Schriftsteller und Satiriker des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seinen scharfen Witz und seine kritische Sicht auf gesellschaftliche Normen und menschliche Schwächen. Dieses Zitat steht exemplarisch für seine satirische Art, scheinbar einfache Begriffe mit ironischem Tiefgang neu zu definieren.
Im historischen Kontext war die Abstinenzbewegung, besonders in den Vereinigten Staaten, eine moralische Strömung, die nicht nur den Verzicht auf Alkohol, sondern oft auch eine strikte Haltung zu anderen gesellschaftlichen Themen vertrat. Bierce nimmt hier die moralische Strenge und die gelegentlich bevormundende Haltung solcher Bewegungen aufs Korn, indem er die Ambivalenz zwischen Selbstdisziplin und der Einmischung in fremde Angelegenheiten betont.
Das Zitat bleibt auch heute relevant, da es eine universelle Wahrheit über menschliches Verhalten anspricht: Die Spannung zwischen persönlichen Idealen und der Tendenz, diese anderen aufzuzwingen. Bierces Worte erinnern daran, dass Überzeugungen respektvoll gelebt werden sollten, ohne anderen ihren Willen aufzudrängen. Seine Ironie inspiriert dazu, gesellschaftliche Normen und individuelle Überzeugungen kritisch zu hinterfragen und einen toleranten Umgang miteinander zu fördern.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Ambrose Gwinnett Bierce
- Tätigkeit:
- US Schriftsteller, Journalist und Satiriker
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion