Ein Spitzname ist der schwerste Stein, den der Teufel auf einen Menschen werfen kann. Er ist ein Schreckgespenst für die Vorstellungskraft, und auch wenn wir nicht an ihn glauben, verfolgt er unsere Ängste.
- William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat
William Hazlitt beschreibt in diesem Zitat die Macht von Worten und insbesondere von Spitznamen oder Etiketten, die auf Menschen geworfen werden. Sie können verletzender sein als physische Angriffe, weil sie sich in das Bewusstsein eines Menschen einbrennen und ihn dauerhaft verfolgen.
Dieses Zitat zeigt, dass Sprache eine starke psychologische Wirkung haben kann. Ein negativer Spitzname – sei es eine Beleidigung oder ein Spottname – bleibt oft im Gedächtnis und kann das Selbstbild eines Menschen nachhaltig beeinflussen. Selbst wenn man ihn rational ablehnt, kann er emotional nachwirken.
Hazlitts Beobachtung bleibt besonders in der heutigen digitalen Welt relevant, in der Menschen durch soziale Medien schnell mit Labels versehen werden. Ein einmal gefundener Spitzname oder eine öffentliche Demütigung kann ein Leben lang nachhallen. Sein Zitat mahnt uns, vorsichtig mit unseren Worten umzugehen und die Macht von Sprache nicht zu unterschätzen.
Es erinnert uns auch daran, dass es schwierig ist, sich von solchen Zuschreibungen zu befreien. Worte haben eine tiefere Wirkung als viele glauben – und sie können entweder aufbauen oder zerstören.
Zitat Kontext
William Hazlitt (1778–1830) war ein englischer Essayist, Kritiker und Philosoph, bekannt für seine scharfsinnigen Beobachtungen über Gesellschaft und Psychologie. Er schrieb über Politik, Literatur und menschliche Emotionen.
Dieses Zitat steht im Kontext seiner Reflexionen über Sprache und soziale Mechanismen. Hazlitt erkannte, dass Menschen oft durch Etiketten und Vorurteile definiert werden, die schwer abzulegen sind. Seine Kritik richtete sich gegen eine Gesellschaft, die vorschnell urteilt und Einzelne durch Worte dauerhaft stigmatisiert.
Heute bleibt sein Gedanke besonders aktuell in Bezug auf Cybermobbing, öffentliche Diffamierung und die schnelle Verbreitung von Labels in sozialen Medien. Sein Zitat erinnert uns daran, dass Worte nicht nur Schall und Rauch sind – sie können tiefe Spuren hinterlassen. Hazlitt fordert uns auf, über die Verantwortung nachzudenken, die mit Sprache verbunden ist, und sie nicht als Waffe gegen andere einzusetzen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- William Hazlitt
- Tätigkeit:
- englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion