Ein gewisser Mensch bleibt allezeit in den Augen des Weltweisen einerlei, er mag Perückenmacher oder Minister sein, so wie der Marmor derselbe bleibt, die Statue mag einen Kapuziner oder den Apollo vorstellen, Bronze oder Sandstein wird er aber nicht.
- Georg Christoph Lichtenberg

Klugwort Reflexion zum Zitat
Georg Christoph Lichtenbergs Zitat hebt die unveränderliche Essenz eines Menschen hervor, unabhängig von seiner äußeren Rolle oder Stellung. Er vergleicht Menschen mit Marmor, der, obgleich er in unterschiedliche Formen gebracht werden kann – etwa als Kapuziner oder Apollo –, seine Substanz nicht verändert. Diese Metapher legt nahe, dass der wahre Charakter eines Menschen unverändert bleibt, unabhängig davon, ob er eine bescheidene oder eine bedeutende Position einnimmt.
Das Zitat regt dazu an, die Oberfläche von Menschen nicht mit ihrem wahren Wesen zu verwechseln. Äußere Titel, Berufe oder gesellschaftliche Rollen können irreführend sein, wenn es darum geht, das wahre Wesen einer Person zu erkennen. Lichtenbergs Weltweiser sieht durch diese äußeren Masken hindurch und erkennt die grundlegende Menschlichkeit, die allen Menschen gemein ist. Diese Perspektive erinnert daran, dass unsere Essenz nicht durch äußere Umstände, sondern durch innere Qualitäten definiert wird.
Dieses Zitat inspiriert zu einer Haltung der Gleichheit und Demut. Es fordert dazu auf, Menschen nicht nach ihrem Status oder ihrer Erscheinung zu bewerten, sondern nach ihrer unveränderlichen Natur. Gleichzeitig mahnt es, sich nicht von äußeren Errungenschaften oder Rollen blenden zu lassen und die Substanz über die Form zu stellen.
Zitat Kontext
Georg Christoph Lichtenberg, ein Meister der präzisen und oft ironischen Beobachtung, lebte in einer Zeit, in der gesellschaftliche Stände und Titel eine große Rolle spielten. Sein Zitat reflektiert die aufklärerische Sichtweise, die den Menschen unabhängig von seinem sozialen Status als gleichwertig betrachtete. Lichtenbergs Vergleich mit Marmor könnte auch als Kritik an oberflächlichen Beurteilungen und der Tendenz gelesen werden, Menschen nach ihren äußeren Rollen statt nach ihrem inneren Wesen zu bewerten.
Im historischen Kontext des 18. Jahrhunderts, in dem ständische Hierarchien oft das Leben bestimmten, ist Lichtenbergs Aussage eine progressive Mahnung, den Menschen in seiner grundlegenden Menschlichkeit zu sehen. Sie fordert, die universelle Gleichheit und die unveränderliche Natur des Menschen zu erkennen, unabhängig davon, ob er in einer hohen oder niedrigen gesellschaftlichen Position steht.
Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es uns daran erinnert, über die äußeren Umstände und Rollen hinauszusehen, die Menschen einnehmen. In einer Welt, die oft von Statussymbolen und Oberflächlichkeiten geprägt ist, lädt Lichtenbergs Gedanke dazu ein, die wahre Essenz des Menschen zu würdigen. Seine Worte sind ein zeitloser Appell für Gleichheit, Respekt und die Wertschätzung des Inneren über das Äußere.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Georg Christoph Lichtenberg
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller, Mathematiker, Physiker und Aphoristiker
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion