Ein dogmatischer Glaube an einen objektiven Wert ist notwendig für die Idee einer Herrschaft, die keine Tyrannei ist, oder eines Gehorsams, der keine Sklaverei ist.

- Clive Staples Lewis

Clive Staples Lewis

Klugwort Reflexion zum Zitat

C. S. Lewis spricht in diesem Zitat über die fundamentale Notwendigkeit eines festen, objektiven moralischen Wertes, um eine Gesellschaft oder ein System von Herrschaft als gerecht und frei von Unterdrückung aufrechtzuerhalten. Ohne einen solchen moralischen Kompass könnten Machtstrukturen schnell in Tyrannei umschlagen, und Gehorsam könnte zu blinder Sklaverei werden. Lewis stellt hier die Frage, wie wir Freiheit und Autorität in Einklang bringen können. Ein „dogmatischer Glaube“ an objektive Werte ist für ihn nicht ein starrer, dogmatischer Glauben im engeren Sinne, sondern ein grundlegendes Verständnis der moralischen Prinzipien, die als universell wahr gelten – Prinzipien, die sowohl Individuen als auch Regierungen leiten können, ohne in willkürliche Machtstrukturen zu verfallen. In einer Welt, die häufig relativistische oder situative Ansätze zu Moral und Ethik verfolgt, erinnert uns Lewis daran, dass ohne die Anerkennung eines übergeordneten, objektiven Wertes jede Form von Autorität leicht missbraucht werden kann. Das Zitat ist eine Reflexion über die Bedeutung von moralischen Grundlagen, die über bloße Meinungen oder politische Präferenzen hinausgehen. Sie stellt die Frage, auf welchem Fundament wir unsere politischen und sozialen Systeme aufbauen und wie wir verhindern können, dass Macht in einer Weise ausgeübt wird, die die Freiheit und die Würde des Einzelnen verletzt. Es fordert uns heraus, zu hinterfragen, was „gut“ und „gerecht“ wirklich bedeutet und wie diese Werte in praktisches Handeln umgesetzt werden können.

Zitat Kontext

C. S. Lewis, der britische Schriftsteller und Theologe, ist vor allem für seine Werke wie 'Die Chroniken von Narnia' und seine christlichen Essays bekannt. In diesem Zitat setzt er sich mit den Themen Moral, Autorität und Freiheit auseinander. Lewis war ein tiefgläubiger Christ und ein Befürworter einer moralischen Ordnung, die auf festen ethischen Grundsätzen basiert. Seine Überzeugungen wurden stark von seiner theologischen Sichtweise geprägt, dass es objektive moralische Wahrheiten gibt, die für alle Menschen gelten, unabhängig von individuellen Meinungen oder kulturellen Unterschieden. In einem historischen Kontext, der von den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und den Erfahrungen mit totalitären Regimen, wie denen der Nationalsozialisten und der Sowjetunion, geprägt war, wies Lewis auf die Gefahren einer Macht ohne moralische Grundlage hin. Diese totalitären Systeme, die keine objektiven Werte anerkannten, unterdrückten die individuelle Freiheit und führten zu großem Leid. Lewis‘ Plädoyer für die Bedeutung objektiver Werte für ein gerechtes Regierungssystem ist sowohl eine philosophische als auch eine politische Aussage, die gegen die Gefahr der Tyrannei und der willkürlichen Herrschaft warnt. In einer Zeit, in der der westliche Kapitalismus und die sowjetische Ideologie in einen ideologischen Wettstreit traten, war Lewis‘ Denken eine kritische Auseinandersetzung mit der Bedeutung einer festen moralischen Grundlage für eine funktionierende Gesellschaft. Auch heute, in einer Welt, in der relativistische Ansätze zur Moral weit verbreitet sind, bleibt die Bedeutung von objektiven Werten und ethischen Prinzipien eine wichtige Diskussion.

Daten zum Zitat

Autor:
Clive Staples Lewis
Tätigkeit:
brit. Schriftsteller und Theologe
Epoche:
Nachkriegszeit
Emotion:
Keine Emotion