Die Weiber stehen immer gegen die Männer in jenem Widerspruch, worin sie ihm beim Verwehren und Verwünschen des Rauchens den nettesten, zierlichsten Tabaksbeutel sticken und stricken.
- Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat
Jean Paul beschreibt in diesem Zitat auf humorvolle Weise die oft widersprüchliche Natur menschlicher Beziehungen, insbesondere zwischen Männern und Frauen. Der scheinbare Gegensatz – das Rauchen zu missbilligen, aber gleichzeitig einen kunstvollen Tabaksbeutel dafür herzustellen – ist ein Sinnbild für die Komplexität von Zuneigung und Kommunikation.
Das Zitat lädt dazu ein, über die Dynamik in Beziehungen nachzudenken. Warum handeln Menschen manchmal im Widerspruch zu ihren Überzeugungen? Vielleicht liegt es in der menschlichen Natur, dass Liebe und Fürsorge oft stärker sind als die Abneigung gegen bestimmte Gewohnheiten. Der Tabaksbeutel wird hier zum Symbol für stille Akzeptanz und subtile Gesten der Zuneigung, selbst inmitten von Meinungsverschiedenheiten.
Diese Worte erinnern uns daran, dass Beziehungen nicht immer logisch oder konsequent sind, sondern von kleinen, oft widersprüchlichen Handlungen geprägt werden, die tiefer liegende Gefühle ausdrücken. Jean Paul zeigt mit einem Augenzwinkern, dass diese Widersprüche nicht unbedingt ein Zeichen von Schwäche, sondern von Menschlichkeit und Mitgefühl sind.
Zitat Kontext
Jean Paul, bürgerlich Johann Paul Friedrich Richter, lebte von 1763 bis 1825 und war ein bedeutender deutscher Schriftsteller und Humorist. Seine Werke verbinden oft philosophische Tiefe mit scharfsinnigem Witz, und er verstand es, menschliche Schwächen und Eigenheiten auf liebevolle Weise darzustellen. Dieses Zitat ist ein typisches Beispiel für seine humorvolle Beobachtungsgabe.
In einer Epoche, in der die gesellschaftlichen Rollen von Männern und Frauen klar definiert und stark voneinander abgegrenzt waren, reflektiert Jean Paul hier eine alltägliche, aber tiefgründige Dynamik. Die 'Weiber', wie er sie nennt, verkörpern die kulturellen Erwartungen an Frauen als fürsorgliche und häusliche Figuren, während sie gleichzeitig eine kritische Haltung gegenüber den Lastern der Männer einnehmen.
Das Zitat entstand in einer Zeit, in der das Rauchen als männliches Privileg galt, das jedoch von vielen Frauen missbilligt wurde. Jean Pauls humorvolle Darstellung dieser Ambivalenz zeigt, wie gesellschaftliche und persönliche Spannungen in kleinen, alltäglichen Handlungen zum Ausdruck kommen. Seine Worte sind nicht nur eine amüsante Beobachtung, sondern auch ein Spiegel der sozialen Dynamik seiner Zeit, die bis heute nachvollziehbar bleibt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean Paul
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion