Die Sklaverei, wie sie richtig genannt wird, ist die Einführung eines Rechts, das einem Menschen eine solche Macht über einen anderen gibt, dass er zum absoluten Herrn über dessen Leben und Vermögen wird.
- Montesquieu

Klugwort Reflexion zum Zitat
Montesquieu kritisiert in diesem Zitat auf scharfe Weise die Institution der Sklaverei, indem er ihre eigentliche Bedeutung offenlegt: eine absolute Macht eines Menschen über einen anderen.
Durch den Begriff 'Recht' verdeutlicht er die Absurdität, dass eine solch extreme Form der Unterdrückung juristisch legitimiert wurde. Die Unmenschlichkeit der Sklaverei zeigt sich nicht nur in der physischen Kontrolle, sondern auch in der völligen Besitznahme über Leben und Eigentum.
Dieses Zitat zwingt uns dazu, über Machtverhältnisse nachzudenken. Historisch war Sklaverei weit verbreitet, doch auch heute existieren moderne Formen der Ausbeutung, wie Menschenhandel oder extreme wirtschaftliche Abhängigkeiten.
Montesquieus Gedanke bleibt hochaktuell: Welche Strukturen erlauben es noch immer, dass Menschen über das Leben anderer bestimmen? Die Reflexion über dieses Zitat kann dazu beitragen, Ungerechtigkeiten in der heutigen Welt bewusster wahrzunehmen und gegen moderne Formen der Unterdrückung vorzugehen.
Zitat Kontext
Charles de Montesquieu (1689–1755) war ein französischer Aufklärer, der sich intensiv mit politischen Strukturen und Machtverhältnissen beschäftigte.
Sein bekanntestes Werk 'Vom Geist der Gesetze' prägte das moderne Verständnis von Gewaltenteilung. In diesem Kontext kritisierte er auch die Sklaverei, die in seiner Zeit noch weit verbreitet war.
Die Aufklärung forderte Gleichheit und Menschenrechte, doch paradoxerweise existierte Sklaverei weiterhin, sogar in den aufklärerischen Gesellschaften Europas und Amerikas. Montesquieus Kritik war daher revolutionär, da er auf die moralische und rechtliche Absurdität dieser Institution hinwies.
Heute bleibt das Zitat relevant, da es uns mahnt, wie leicht Unrecht durch Gesetz legitimiert werden kann. Es erinnert uns daran, dass moralische Prinzipien über staatlichen Vorschriften stehen sollten und dass Menschenrechte universell sind, unabhängig von gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Interessen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Montesquieu
- Tätigkeit:
- französischer Philosoph, Politiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion