Die Konversation unter Dutzendmenschen, wenn sie sich nicht gerade auf spezielle Tatsachen bezieht, sondern einen allgemeinen Charakter annimmt, besteht in abgehackten Gemeinplätzen, die einer dem andern abwechselnd nachplappert und das mit der größten Selbstzufriedenheit.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Arthur Schopenhauer kritisiert in diesem Zitat die Oberflächlichkeit und Selbstzufriedenheit, die oft in alltäglichen Gesprächen zu finden sind. Seine Verwendung des Begriffs „Dutzendmenschen“ deutet auf die durchschnittliche Masse hin, die sich nicht durch originelle Gedanken oder tiefgehende Reflexionen auszeichnet. Die Gespräche, die Schopenhauer beschreibt, sind geprägt von Gemeinplätzen, also banalen, oft wiederholten Aussagen, die weder neuen Erkenntnisgewinn noch tiefe Einsichten bieten. Diese Oberflächlichkeit wird von den Beteiligten jedoch mit Selbstzufriedenheit präsentiert, was den Eindruck von Ignoranz und mangelnder Reflexion verstärkt.
Das Zitat regt dazu an, über die Qualität der eigenen Gespräche nachzudenken. Es stellt die Frage, ob wir uns in unserem Alltag mit Phrasen und oberflächlichen Themen begnügen oder ob wir versuchen, echte Gedanken auszutauschen und tiefere Verbindungen herzustellen. Schopenhauers Beobachtung fordert uns heraus, bewusster mit unserer Sprache und unseren Interaktionen umzugehen. Statt den einfachen Weg der Gemeinplätze zu wählen, könnten wir uns bemühen, Gespräche zu führen, die wirklich Bedeutung haben und durch die wir wachsen können.
Diese Reflexion ist besonders in der heutigen Zeit von Bedeutung, in der schnelle und oberflächliche Kommunikation, etwa über soziale Medien, oft die tiefgehende Auseinandersetzung ersetzt. Schopenhauer erinnert uns daran, dass echte Konversation ein wertvolles Mittel sein kann, um Gedanken auszutauschen, Erkenntnisse zu gewinnen und menschliche Beziehungen zu bereichern.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer, ein deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine scharfsinnige und oft kritische Analyse der menschlichen Natur und Gesellschaft. Dieses Zitat spiegelt seine Skepsis gegenüber der breiten Masse und ihren geistigen Fähigkeiten wider. Schopenhauer war überzeugt, dass nur wenige Menschen in der Lage sind, originell zu denken und sich auf tiefergehende Diskussionen einzulassen. Seine Kritik an der Oberflächlichkeit von Gesprächen ist typisch für seine pessimistische Sichtweise auf die Welt.
Historisch gesehen war Schopenhauers Denken stark von der Romantik und der Philosophie Immanuel Kants geprägt, aber auch von einer frühen Auseinandersetzung mit östlicher Philosophie. Seine Beobachtung über die Banalität von Gesprächen könnte in den Kontext seiner umfassenden Kritik an der modernen Gesellschaft gestellt werden, die er als oft selbstzufrieden und intellektuell flach empfand.
In der heutigen Zeit ist Schopenhauers Aussage noch immer relevant. Sie spiegelt die Herausforderungen einer Gesellschaft wider, die zunehmend von Oberflächlichkeit und Konformität geprägt ist. Der Druck, in sozialen Kreisen akzeptiert zu werden, führt oft dazu, dass Gespräche sich auf bekannte und sichere Themen beschränken. Schopenhauers Zitat erinnert daran, wie wichtig es ist, sich der Qualität unserer Kommunikation bewusst zu sein und den Mut zu haben, über oberflächliche Themen hinauszugehen, um echte und sinnvolle Diskussionen zu führen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion