Die Ehe ist die Verbindung zweier Personen verschiedenen Geschlechts zum lebenswierigen wechselseitigen Besitz ihrer Geschlechtseigenschaften.
- Immanuel Kant

Klugwort Reflexion zum Zitat
Immanuel Kants Definition der Ehe als "die Verbindung zweier Personen verschiedenen Geschlechts zum lebenswierigen wechselseitigen Besitz ihrer Geschlechtseigenschaften" ist eine prägnante und kontroverse Darstellung des Ehebegriffs, die zur Reflexion über die historische und philosophische Bedeutung dieser Institution einlädt.
Kants Fokus auf den "wechselseitigen Besitz" spiegelt die rechtliche und soziale Vorstellung der Ehe in seiner Zeit wider, in der sie oft als vertragliche und wirtschaftliche Verbindung verstanden wurde. Diese Sichtweise betont die gegenseitige Verpflichtung und den Ausschluss Dritter, was die Ehe als eine exklusive Partnerschaft kennzeichnet. Kritisch betrachtet könnte man einwenden, dass diese Definition die emotionalen, romantischen oder spirituellen Dimensionen der Ehe ignoriert, die in modernen Konzepten häufig im Vordergrund stehen.
Die Reflexion über dieses Zitat führt zu Fragen über die Entwicklung des Ehebegriffs und die Rolle von Geschlechterrollen in dieser Institution. Inwiefern sind rechtliche und soziale Strukturen weiterhin bestimmend für die Ehe, und wie haben sich diese über die Zeit verändert? Kant regt dazu an, über die Balance zwischen rechtlichen, sozialen und persönlichen Aspekten der Ehe nachzudenken. Gleichzeitig wirft seine Definition Fragen nach dem Verständnis von Besitz und Gleichberechtigung auf, die heute in der Diskussion über Partnerschaft und Ehe zentral sind.
Seine Worte laden dazu ein, die Ehe als eine vielschichtige Institution zu betrachten, die sowohl historische als auch kulturelle Kontexte reflektiert. Es ist ein Anstoß, über die Werte und Prinzipien nachzudenken, die eine partnerschaftliche Verbindung ausmachen, und wie diese in einer sich wandelnden Welt neu definiert werden können.
Zitat Kontext
Immanuel Kant, einer der einflussreichsten Philosophen der Aufklärung, widmete sich in seinem Werk der Erforschung von Ethik, Recht und gesellschaftlichen Strukturen. Dieses Zitat stammt aus seinen Überlegungen zur Rechtsphilosophie, in der er die Ehe als eine rechtlich geregelte Institution betrachtete.
Kant lebte im 18. Jahrhundert, einer Zeit, in der die Ehe vor allem als rechtliche und soziale Institution definiert wurde. Seine Definition spiegelt die damalige Auffassung wider, dass die Ehe weniger eine romantische Verbindung, sondern vielmehr eine geordnete Beziehung war, die bestimmten sozialen und rechtlichen Zwecken diente.
In der heutigen Zeit, in der Partnerschaften zunehmend individualisiert und diversifiziert werden, lädt Kants Definition dazu ein, über die historischen Wurzeln und die evolutionären Veränderungen des Ehebegriffs nachzudenken. Sie fordert uns auf, die sozialen, rechtlichen und emotionalen Aspekte von Beziehungen zu reflektieren und deren Bedeutung in der modernen Gesellschaft zu hinterfragen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Immanuel Kant
- Tätigkeit:
- Philosoph
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion