Der Mensch liebt die Gesellschaft, und sollte es auch nur die von einem brennenden Rauchkerzchen sein.
- Georg Christoph Lichtenberg

Klugwort Reflexion zum Zitat
Georg Christoph Lichtenbergs Zitat beschreibt mit feinem Humor und tiefem Einblick das grundlegende menschliche Bedürfnis nach Gesellschaft. Selbst die kleinste und unscheinbarste Form der Begleitung, wie die eines brennenden Rauchkerzchens, scheint dem Menschen Trost und das Gefühl von Gemeinschaft zu geben. Es zeigt, dass wir nicht nur soziale Wesen sind, sondern dass unser Bedürfnis nach Gesellschaft oft auch symbolisch erfüllt werden kann.
Dieses Zitat regt dazu an, über die Art der Gesellschaft, die wir suchen, nachzudenken. Es weist darauf hin, dass es nicht immer die Menge oder Qualität der Gesellschaft ist, die zählt, sondern das schlichte Vorhandensein eines Gegenübers oder eines Bezugspunkts. Dies könnte auch auf die modernen Formen der Verbindung hinweisen, wie virtuelle Kontakte oder symbolische Begleiter in Form von Objekten oder Routinen, die uns ein Gefühl von Nähe vermitteln.
In einer Zeit, in der Einsamkeit ein wachsendes Thema ist, zeigt Lichtenbergs Beobachtung, dass selbst die einfachsten Dinge uns das Gefühl geben können, nicht allein zu sein. Es erinnert daran, wie wichtig es ist, die Gesellschaft anderer zu schätzen, aber auch kreativ nach Wegen zu suchen, sich verbunden zu fühlen, selbst wenn keine menschliche Gesellschaft verfügbar ist. Das Zitat inspiriert dazu, die subtilen und oft übersehenen Formen von Gemeinschaft zu erkennen und zu würdigen.
Zitat Kontext
Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799) war ein deutscher Physiker, Mathematiker und Schriftsteller, der vor allem für seine scharfsinnigen Aphorismen bekannt ist. Er war ein Meister darin, alltägliche Beobachtungen mit philosophischer Tiefe und einem Hauch von Ironie zu verbinden. Seine Werke, insbesondere seine Sudelbücher, reflektieren eine einzigartige Mischung aus Wissenschaft, Kunst und Menschlichkeit.
Dieses Zitat stammt aus einer Zeit, in der gesellschaftliches Leben oft durch soziale Zwänge und klare Hierarchien geprägt war. Lichtenberg, der sich durch seine kritische und humorvolle Sichtweise auszeichnete, stellte in seinen Aphorismen häufig die Eigenheiten der menschlichen Natur dar. Mit diesem Zitat kommentiert er das universelle Bedürfnis des Menschen nach Verbindung, sei es auch nur durch die symbolische Gesellschaft eines unbelebten Objekts.
Heute bleibt die Aussage aktuell, da sie auf die fundamentale Bedeutung von Gemeinschaft und das menschliche Streben nach Nähe verweist. In einer Zeit, in der Isolation und Einsamkeit in vielen Gesellschaften zunehmen, erinnert uns Lichtenbergs Einsicht daran, dass selbst die einfachsten Formen von Gesellschaft einen tiefen Wert haben können. Sein Werk fordert uns dazu auf, unsere sozialen Bedürfnisse nicht nur in großen Gesten, sondern auch in kleinen, bedeutsamen Momenten zu erkennen und zu schätzen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Georg Christoph Lichtenberg
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller, Mathematiker, Physiker und Aphoristiker
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion