Denkfaulheit, Oberflächlichkeit, Starrsinn sind weibliche, Genußsucht, Rücksichtslosigkeit, Roheit sind männliche, Trotz, Eitelkeit, Neugier sind kindische Fehler.
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Marie von Ebner-Eschenbachs Zitat bietet eine pointierte und provokative Beschreibung von Charakterfehlern, die sie verschiedenen Geschlechtern und Altersgruppen zuschreibt. Es lädt dazu ein, über gesellschaftliche Stereotype und die Art und Weise, wie Fehler interpretiert werden, nachzudenken.
Die Zuordnung von Schwächen nach Geschlecht und Alter spiegelt möglicherweise die kulturellen und sozialen Normen ihrer Zeit wider. Ebner-Eschenbach scheint bewusst mit solchen Stereotypen zu spielen, um menschliche Unzulänglichkeiten in einem breiteren Kontext zu beleuchten.
Das Zitat regt dazu an, die universelle Natur dieser Fehler zu hinterfragen. Eigenschaften wie Denkfaulheit, Rücksichtslosigkeit oder Eitelkeit sind nicht exklusiv für ein Geschlecht oder eine Altersgruppe – sie sind Ausdruck der menschlichen Natur und können in jedem von uns vorkommen.
Ebner-Eschenbachs Worte können als Einladung gesehen werden, Selbstreflexion zu üben und nicht vorschnell in Kategorien zu denken. Sie erinnern daran, dass das Erkennen und Überwinden solcher Schwächen ein wesentlicher Teil des persönlichen Wachstums ist.
Zitat Kontext
Marie von Ebner-Eschenbach, eine der wichtigsten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts, war bekannt für ihre scharfsinnigen Beobachtungen über die menschliche Natur und gesellschaftliche Strukturen.
Dieses Zitat spiegelt die Geschlechterrollen und Normen ihrer Zeit wider, in der bestimmte Charakterzüge als typisch männlich, weiblich oder kindlich betrachtet wurden. Solche Zuordnungen waren im 19. Jahrhundert weit verbreitet, doch Ebner-Eschenbachs ironischer Tonfall deutet an, dass sie diese Kategorisierungen kritisch betrachtete.
Im historischen Kontext war das Hinterfragen von Geschlechterrollen ein zentrales Thema aufstrebender feministischer Bewegungen. Ebner-Eschenbachs Werk steht oft im Spannungsfeld zwischen traditionellem Denken und progressiven Ideen, was auch in diesem Zitat sichtbar wird.
Heute kann ihre Aussage als Anlass dienen, über die Persistenz solcher Stereotype nachzudenken und sie in Frage zu stellen. Sie erinnert uns daran, dass menschliche Fehler nicht geschlechtsspezifisch oder altersgebunden sind, sondern universelle Schwächen, die es zu reflektieren und zu überwinden gilt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion