Demzufolge sind schon an und für sich die Menschen zum Loben und Rühmen gar nicht geneigt und aufgelegt, wohl aber zum Tadeln und Lästern, als durch welches sie indirekt sich selbst loben.

- Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Schopenhauer beschreibt hier ein oft beobachtetes Phänomen: Menschen kritisieren andere schneller, als dass sie Lob aussprechen.

Sein Gedanke legt nahe, dass negative Urteile oft nicht objektiv sind, sondern einer versteckten Selbstaufwertung dienen. Indem wir die Fehler anderer betonen, stellen wir uns selbst in ein besseres Licht – ohne uns direkt loben zu müssen. Dies verweist auf tief verwurzelte psychologische Mechanismen des Vergleichs und der Selbstwertsteigerung.

Das Zitat fordert uns auf, über unser eigenes Verhalten nachzudenken. Sind wir großzügig mit Anerkennung, oder neigen wir dazu, uns durch Kritik an anderen aufzuwerten? Und wie oft basiert unsere Einschätzung anderer mehr auf unserem eigenen Ego als auf echter Objektivität?

Schopenhauer erinnert uns daran, dass negative Urteile oft eine subtile Form von Selbstbestätigung sind – und dass wahre Größe nicht darin liegt, andere herabzusetzen, sondern echte Anerkennung zu geben, wenn sie verdient ist.

Zitat Kontext

Arthur Schopenhauer war ein deutscher Philosoph, bekannt für seine pessimistischen und tiefgründigen Reflexionen über die menschliche Natur.

Sein Zitat steht in der Tradition seiner generellen Skepsis gegenüber der Gesellschaft. Er war der Ansicht, dass Egoismus eine treibende Kraft menschlichen Verhaltens ist – und dass selbst scheinbar moralische oder rationale Urteile oft von versteckten Eigeninteressen geprägt sind.

Auch heute bleibt dieser Gedanke relevant. In einer Zeit, in der soziale Medien oft von Kritik und negativen Kommentaren dominiert werden, erinnert uns Schopenhauer daran, dass viele dieser Reaktionen weniger mit den kritisierten Personen zu tun haben – sondern mehr mit der Selbstwahrnehmung derjenigen, die urteilen.

Daten zum Zitat

Autor:
Arthur Schopenhauer
Tätigkeit:
deutscher Philosoph
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion