Demut ist das wahre Kennzeichen christlicher Tugenden. Ohne sie behalten wir alle unsere Fehler, und sie werden nur von Stolze überkleidet, der sie anderen und oft uns selbst verbirgt.

- François de La Rochefoucauld

François de La Rochefoucauld

Klugwort Reflexion zum Zitat

La Rochefoucauld beschreibt Demut als eine essenzielle Tugend, die es ermöglicht, eigene Fehler zu erkennen und zu korrigieren.

Ohne Demut bleiben unsere Schwächen bestehen, da Stolz uns daran hindert, sie wahrzunehmen oder zuzugeben. Dies gilt nicht nur im religiösen, sondern auch im alltäglichen Leben: Wer sich für unfehlbar hält, entwickelt sich nicht weiter.

Interessanterweise legt das Zitat nahe, dass Stolz nicht nur andere täuscht, sondern oft auch die Person selbst. Menschen neigen dazu, ihre Schwächen durch Selbsttäuschung zu überdecken, anstatt sie offen anzunehmen.

Das Zitat fordert uns auf, über unseren eigenen Umgang mit Fehlern nachzudenken. Sind wir bereit, uns unsere Schwächen einzugestehen? Oder lassen wir zu, dass Stolz uns daran hindert, uns weiterzuentwickeln?

Zitat Kontext

François de La Rochefoucauld war ein französischer Moralist des 17. Jahrhunderts, bekannt für seine scharfsinnigen Analysen menschlicher Charaktereigenschaften.

Seine 'Maximen' entlarven oft die verborgenen Motive hinter scheinbar edlen Tugenden. Er betrachtete Demut nicht nur als religiöse, sondern auch als psychologische Notwendigkeit für persönliches Wachstum.

In der modernen Welt bleibt seine Einsicht relevant. Ob in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Berufsleben oder in der Politik – wer nicht bereit ist, eigene Fehler einzugestehen, bleibt in alten Mustern gefangen. Wahre Größe zeigt sich oft nicht in Perfektion, sondern in der Fähigkeit zur Selbstreflexion.

Daten zum Zitat

Autor:
François de La Rochefoucauld
Tätigkeit:
französischer Adliger, Soldat und Schriftsteller
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion