Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breithüftige und kurzbeinige Geschlecht das schöne nennen konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt: in diesem Triebe nämlich steckt seine ganze Schönheit. Mit mehr Fug, als das schöne, könnte man das weibliche Geschlecht das unästhetische nennen.

- Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Arthur Schopenhauer präsentiert in diesem Zitat eine provokative und durchaus kontroverse Ansicht, die tief in seinen philosophischen Überzeugungen verwurzelt ist. Seine Äußerung reflektiert seine kritische Haltung gegenüber dem Konzept von Schönheit und insbesondere gegenüber der idealisierten Wahrnehmung des weiblichen Geschlechts durch die Männer seiner Zeit. Schopenhauer interpretiert die Zuschreibung von Schönheit an Frauen als ein Produkt des männlichen Geschlechtstriebs, das den Intellekt umnebelt und somit die Realität verzerrt.

Diese Sichtweise provoziert eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen und kulturellen Konstruktionen von Schönheit. Sie zeigt, wie stark biologische Triebe und subjektive Wahrnehmungen das Verständnis von Ästhetik beeinflussen können. Schopenhauers Herangehensweise ist nicht nur kritisch gegenüber dem weiblichen Geschlecht, sondern auch gegenüber der Oberflächlichkeit, mit der Männer seiner Meinung nach Schönheit definieren.

Das Zitat lädt zur Reflexion über Geschlechterrollen, Schönheitsideale und die Rolle der biologischen und kulturellen Einflüsse ein. Es ist jedoch wichtig, Schopenhauers Aussagen im historischen und kulturellen Kontext zu betrachten. Seine Ansichten spiegeln die patriarchalen und oft misogyne Haltungen des 19. Jahrhunderts wider, die aus heutiger Perspektive kritisch hinterfragt werden müssen.

Zitat Kontext

Arthur Schopenhauer, ein deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts, ist bekannt für seinen Pessimismus und seine kritische Haltung gegenüber den menschlichen Trieben und Illusionen. Seine Philosophie konzentriert sich auf den Willen als zentrale treibende Kraft des Lebens, wobei er den menschlichen Verstand oft als untergeordnet darstellt. In diesem Zitat äußert er sich kritisch über die Wahrnehmung von Schönheit und verbindet diese mit biologischen Trieben, insbesondere dem Geschlechtstrieb.

Schopenhauers Sichtweise auf das weibliche Geschlecht war durchgehend negativ und spiegelt die patriarchalen Werte seiner Zeit wider. Er sah Frauen oft als intellektuell und physisch unterlegen an, was in seiner Philosophie zur Unterordnung des Weiblichen unter das Männliche führte. Dieses Zitat ist ein Beispiel für seine Herangehensweise, in der er biologische Merkmale mit philosophischen und ästhetischen Konzepten verknüpft.

Das Zitat muss im Kontext des 19. Jahrhunderts verstanden werden, einer Zeit, in der Geschlechterrollen stark durch biologische Determinismen geprägt waren. Schopenhauers Kritik an der männlichen Wahrnehmung von Schönheit könnte als Versuch interpretiert werden, die Oberflächlichkeit gesellschaftlicher Werte offenzulegen. Dennoch bleibt seine Aussage problematisch und fordert moderne Leser*innen auf, die zugrunde liegenden Annahmen kritisch zu hinterfragen und alternative Perspektiven auf Schönheit und Geschlechterdynamik zu erkunden.

Daten zum Zitat

Autor:
Arthur Schopenhauer
Tätigkeit:
deutscher Philosoph
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion