Das Gebot der Freundschaft bedeutet, dass man sich gegenseitig Sympathie entgegenbringt, indem man das, was dem anderen fehlt, ergänzt und versucht, dem anderen zu nützen, immer mit freundlichen und aufrichtigen Worten.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero beschreibt Freundschaft als ein gegenseitiges Geben und Nehmen, das auf Sympathie, Ergänzung und Aufrichtigkeit basiert.
Die Vorstellung, dass Freundschaft auf dem Prinzip beruht, das Fehlende des anderen zu ergänzen, hebt die gegenseitige Unterstützung als essenziellen Bestandteil hervor. Freundschaft ist demnach nicht nur eine emotionale Bindung, sondern auch eine aktive Beziehung, die darauf abzielt, dem anderen nützlich zu sein. Besonders betont Cicero die Bedeutung von Freundlichkeit und Aufrichtigkeit, die das Fundament einer ehrlichen und wertvollen Freundschaft bilden.
Diese Reflexion lädt dazu ein, die eigene Rolle in Freundschaften zu überdenken. Wie oft nehmen wir uns bewusst Zeit, um die Bedürfnisse unserer Freunde zu erkennen und darauf einzugehen? Freundschaft verlangt nicht nur emotionale Nähe, sondern auch das aktive Bemühen, für den anderen da zu sein und seine Lücken zu füllen, sei es durch Unterstützung, Ermutigung oder einfach durch aufrichtige Worte.
Das Zitat inspiriert dazu, Freundschaften als eine Quelle gegenseitigen Wachstums und gegenseitiger Ergänzung zu betrachten. Es erinnert uns daran, dass echte Freundschaft nicht von Perfektion lebt, sondern von dem Willen, sich gegenseitig zu stärken und zu bereichern, während man authentisch und freundlich bleibt.
Zitat Kontext
Marcus Tullius Cicero, der berühmte römische Staatsmann und Philosoph, beschäftigte sich in seinem Werk *Laelius de Amicitia* ausführlich mit der Natur der Freundschaft.
Dieses Zitat entstammt einer philosophischen Tradition, die Freundschaft nicht nur als soziale Bindung, sondern als moralische und ethische Tugend betrachtet. In einer Zeit, in der politische und persönliche Intrigen in Rom häufig waren, suchte Cicero nach Prinzipien, die Beziehungen stabil und sinnvoll machen könnten. Die Betonung auf Sympathie, Ergänzung und Aufrichtigkeit spiegelt die stoischen und platonischen Einflüsse wider, die seine Philosophie prägten.
Im historischen Kontext war Freundschaft in der römischen Gesellschaft nicht nur eine private, sondern oft auch eine politische und gesellschaftliche Angelegenheit. Cicero verstand jedoch Freundschaft als etwas, das über Nutzen hinausgeht – sie sollte auf Tugend und gegenseitigem Respekt basieren.
Auch heute ist dieses Zitat von Bedeutung. Es erinnert daran, dass Freundschaften nicht nur von gemeinsamen Interessen, sondern von echtem Verständnis, Hilfsbereitschaft und ehrlicher Kommunikation leben. Ciceros Gedanke ermutigt dazu, in einer oft individualistischen Welt Beziehungen bewusst zu pflegen und sie mit Mitgefühl und Aufrichtigkeit zu gestalten.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion