Das eigne Verdienst noch zu erhöhen, überträgt die frömmelnde Bescheidenheit den Ruhm einer gelungenen Tat auf Gott, auf sich bloß den reellen Erfolg.

- Emanuel Wertheimer

Emanuel Wertheimer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Emanuel Wertheimer beschreibt in diesem Zitat eine subtile Form von Selbstinszenierung, die unter dem Deckmantel der Bescheidenheit verborgen liegt. Die ‚frömmelnde Bescheidenheit‘ überträgt den Ruhm einer gelungenen Tat auf Gott, während der ‚reelle Erfolg‘ – das konkrete Ergebnis – bei der Person selbst verbleibt. Dadurch wird scheinbar Demut gezeigt, doch zugleich das eigene Verdienst hervorgehoben.

Das Zitat regt dazu an, über die Beweggründe hinter Bescheidenheit nachzudenken. Ist sie echt oder lediglich eine Strategie, um Anerkennung auf indirekte Weise zu erlangen? Wertheimers Worte sind eine kritische Reflexion über die Dynamik von Anerkennung und Selbstbild, die zeigt, wie komplex menschliches Verhalten oft ist.

Seine Beobachtung lädt dazu ein, Authentizität und Ehrlichkeit in den Vordergrund zu stellen. Bescheidenheit sollte nicht als Mittel zur Selbstverherrlichung dienen, sondern als Ausdruck echter Dankbarkeit und Demut. Das Zitat erinnert daran, dass wahre Größe in der Fähigkeit liegt, Leistungen anzuerkennen, ohne sie zu instrumentalisieren.

Zitat Kontext

Emanuel Wertheimer, ein österreichischer Philosoph und Schriftsteller, war bekannt für seine scharfsinnige Analyse menschlicher Motive und Verhaltensweisen. Dieses Zitat spiegelt seine Fähigkeit wider, die Feinheiten von Ego und Selbstdarstellung zu durchleuchten.

Im Kontext seiner Zeit, die von religiöser Frömmigkeit und gesellschaftlichen Konventionen geprägt war, könnte diese Aussage eine Kritik an der falschen Bescheidenheit sein, die oft in religiösen oder sozialen Kreisen zu finden war. Wertheimer zeigt, dass selbst Demut manchmal als Mittel zur Selbsterhöhung genutzt werden kann.

Auch heute hat dieses Zitat Relevanz, da es die Frage nach der Echtheit menschlicher Handlungen aufwirft. In einer Gesellschaft, die oft zwischen Authentizität und Selbstdarstellung schwankt, bleibt Wertheimers Beobachtung eine zeitlose Einladung, ehrlich mit sich selbst und anderen zu sein.

Daten zum Zitat

Autor:
Emanuel Wertheimer
Tätigkeit:
ungar. deutsch. österr. Aphoristiker und Schriftsteller
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion