Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen, die Jugendstunden sind, wie lang! Wie lang! verflossen, April und Mai und Junius sind ferne, ich bin nichts mehr, ich lebe nicht mehr gerne.

- Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin

Klugwort Reflexion zum Zitat

Hölderlins Zitat ist ein Ausdruck tiefer Melancholie und der Wehmut über die Vergänglichkeit des Lebens.

Er blickt auf seine Jugend zurück und empfindet das Verstreichen der Zeit als schmerzhaft. Die Monate des Frühlings und Sommers stehen hier symbolisch für die Leichtigkeit und Blütezeit des Lebens, die nun unerreichbar erscheinen.

Diese Empfindung ist universell: Jeder Mensch erlebt Momente, in denen er auf vergangene Zeiten zurückblickt und sich der unwiederbringlichen Natur der Zeit bewusst wird. Es ist der Schmerz des Alterns, des Verlusts unbeschwerter Tage und der Erkenntnis, dass gewisse Erfahrungen nicht wiederkehren.

Das Zitat lädt uns ein, über unseren eigenen Umgang mit der Vergänglichkeit nachzudenken. Leben wir genug im Moment? Können wir die Schönheit der Gegenwart schätzen, bevor sie zur Erinnerung wird?

Zitat Kontext

Friedrich Hölderlin war ein deutscher Dichter der Romantik, dessen Werke oft von Naturbildern, tiefen Gefühlen und existenziellen Fragen geprägt sind.

Sein Leben war von Einsamkeit, psychischer Krankheit und Sehnsucht nach einer besseren Welt durchzogen. Dieses Zitat stammt aus einer Zeit, in der er sich zunehmend in sich selbst zurückzog.

Die Vergänglichkeit und der Verlust der Jugend sind zentrale Themen in Hölderlins Dichtung. Er verbindet persönliche Erfahrung mit einer allgemeinen Wahrheit: Die Zeit vergeht für jeden, und das Bewusstsein darüber kann sowohl schmerzhaft als auch erhellend sein.

Auch heute bleibt seine Einsicht aktuell. In einer Welt, die oft auf die Zukunft fixiert ist, erinnert uns Hölderlin daran, die Gegenwart zu schätzen, bevor sie zu einer nostalgischen Erinnerung wird.

Daten zum Zitat

Autor:
Friedrich Hölderlin
Tätigkeit:
deutscher Dichter
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion