Daher also, daher, aus dem Orkus kommt alles, und dort ist schon jedes gewesen, das jetzt Leben hat: – wären wir nur fähig, den Taschenspielerstreich zu begreifen, vermöge dessen das geschieht; dann wäre alles klar.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Schopenhauer spricht hier über den zyklischen Charakter des Lebens und die Unfassbarkeit seiner Entstehung.
Das Bild des Orkus, der in der antiken Mythologie die Unterwelt symbolisiert, verweist auf die Vorstellung, dass alles, was lebt, aus dem Reich des Todes kommt – und dorthin zurückkehrt. Seine Worte lassen anklingen, dass das Leben selbst ein unergründliches Mysterium ist, ein 'Taschenspielerstreich', den wir nicht vollständig verstehen können.
Diese Sichtweise passt zu Schopenhauers Pessimismus und seiner Philosophie, in der das Leben als ein endloser Kreislauf von Geburt und Vergehen betrachtet wird. Der Mensch versucht, dieses Rätsel zu durchdringen, doch letztlich bleibt vieles im Dunkeln.
Sein Zitat fordert uns auf, über die Grenzen unseres Verstandes nachzudenken. Wie viel können wir wirklich über den Ursprung und das Wesen des Lebens verstehen? Oder ist unser Wissen immer nur ein unvollständiger Versuch, das Unerklärliche zu erklären? Schopenhauers Worte erinnern daran, dass es Demut braucht, um das Mysterium des Daseins zu akzeptieren.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer (1788–1860) war ein deutscher Philosoph, der das Leben als einen ständigen Kreislauf von Werden und Vergehen betrachtete.
Sein Zitat reflektiert seine metaphysische Weltsicht, die stark von buddhistischen und hinduistischen Konzepten beeinflusst war. Die Vorstellung, dass alles aus einer dunklen, unbewussten Sphäre kommt und dorthin zurückkehrt, findet sich in vielen seiner Schriften.
Zur Zeit Schopenhauers begannen die Naturwissenschaften, tiefere Erkenntnisse über das Leben und die Materie zu gewinnen. Doch für ihn blieb die wahre Natur des Seins letztlich unergründlich. Er sah den Menschen als gefangen in einer Welt, die er nur teilweise verstehen kann.
Auch heute bleibt diese Frage aktuell. Trotz wissenschaftlicher Fortschritte gibt es fundamentale Rätsel über das Universum, das Bewusstsein und die Existenz, die wir noch nicht lösen können. Schopenhauers Zitat fordert uns auf, diese Grenzen zu akzeptieren – und zugleich weiter nach Erkenntnis zu suchen, auch wenn sie nie vollständig sein wird.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion