Beim Streit gibt es keine Schonung: Wer sich vom Gegner mit ganzer Kraft angegriffen fühlt, muß sich mit all seiner Kraft verteidigen und so gewinnt der Geist an Genauigkeit und Schärfe.
- Jean-Jacques Rousseau

Klugwort Reflexion zum Zitat
Rousseau beschreibt hier den intellektuellen Kampf als einen Prozess der Schärfung des Geistes.
Wenn ein Mensch sich in einer Auseinandersetzung verteidigen muss, wird er gezwungen, seine Argumente zu präzisieren, seine Gedanken zu strukturieren und seine Überzeugungen klarer zu formulieren. In diesem Sinne ist der Streit nicht nur eine Konfrontation, sondern auch ein Mittel zur geistigen Weiterentwicklung.
Dies fordert uns auf, über den Wert von Debatten und Konflikten nachzudenken. Vermeiden wir Streit, weil wir ihn als destruktiv empfinden? Oder erkennen wir, dass er – wenn richtig geführt – unser Denken schärfen kann?
Rousseau erinnert uns daran, dass Meinungsverschiedenheiten kein Hindernis, sondern eine Chance sind, unser eigenes Denken zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Zitat Kontext
Jean-Jacques Rousseau war ein einflussreicher Philosoph der Aufklärung, dessen Werke über Gesellschaft, Politik und Erziehung nachhaltigen Einfluss hatten.
Dieses Zitat spiegelt seinen Glauben an den Wert des Diskurses wider. In einer Zeit, in der öffentliche Debatten oft polarisiert und hitzig geführt werden, bleibt seine Einsicht aktuell: Eine konstruktive Auseinandersetzung kann Klarheit schaffen, sofern sie mit Respekt und Ehrlichkeit geführt wird.
Seine Worte erinnern daran, dass Streit und Widerstand nicht zwangsläufig zerstörerisch sind, sondern auch als Katalysatoren für Erkenntnis und Fortschritt dienen können – sowohl individuell als auch gesellschaftlich.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean-Jacques Rousseau
- Tätigkeit:
- französischsprachiger Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion