Bei der Einkehr in mich selbst, erwacht in meinem Herzen ein Gefühl der Dankbarkeit und Segnung gegen den Schöpfer meines Geschlechtes und dieses Gefühl treibt mich zur Huldigung dieser Gottheit.
- Jean-Jacques Rousseau

Klugwort Reflexion zum Zitat
Jean-Jacques Rousseau beschreibt hier eine zutiefst persönliche, spirituelle Erfahrung, die aus der Selbstreflexion erwächst. In der Einkehr in sich selbst – also in Momenten der Stille und des Nachdenkens – empfindet er Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer und fühlt sich dazu gedrängt, diese Göttlichkeit zu verehren.
Diese Aussage zeigt, dass Rousseaus Vorstellung von Religion nicht auf äußeren Dogmen oder institutioneller Lehre beruht, sondern auf einem inneren Gefühl der Ehrfurcht. Er betont das persönliche Erleben von Spiritualität, das nicht durch Regeln oder Rituale vorgegeben wird, sondern sich aus der natürlichen Empfindung von Dankbarkeit speist.
Dieses Zitat fordert uns auf, über unsere eigene Verbindung zu Spiritualität und Dankbarkeit nachzudenken. Brauchen wir eine organisierte Religion, um Ehrfurcht zu empfinden? Oder liegt die wahre Verbindung zum Transzendenten in der persönlichen Reflexion und im tiefen Empfinden von Staunen und Dankbarkeit?
Besonders in der heutigen Welt, in der viele Menschen nach spirituellem Sinn suchen, aber traditionellen Religionen skeptisch gegenüberstehen, bleibt Rousseaus Einsicht relevant. Er erinnert uns daran, dass Spiritualität oft in der Stille des eigenen Herzens beginnt – und dass wahre Ehrfurcht nicht erzwungen, sondern empfunden wird.
Zitat Kontext
Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) war ein einflussreicher Denker der Aufklärung, bekannt für seine Schriften über Natur, Gesellschaft und Religion.
Dieses Zitat steht im Kontext seiner Gedanken über eine natürliche Religion, die nicht auf kirchlichen Institutionen basiert, sondern aus dem individuellen Erleben entsteht. In seinem Werk 'Émile' argumentierte er, dass die wahre Religion aus dem Herzen kommt und nicht durch Dogmen oder Priester vermittelt werden muss.
Der historische Kontext zeigt, dass Rousseau in einer Zeit lebte, in der Religion zunehmend hinterfragt wurde. Während viele Aufklärer den Glauben vollständig ablehnten, suchte Rousseau nach einer natürlichen, gefühlsbasierten Spiritualität, die frei von kirchlicher Kontrolle war.
Auch heute bleibt seine Botschaft bedeutend. In einer Welt, in der viele Menschen sich von traditionellen Religionen abwenden, aber nach persönlicher Spiritualität suchen, erinnert uns sein Zitat daran, dass Dankbarkeit und Ehrfurcht keine kirchlichen Institutionen erfordern – sondern aus dem Inneren erwachsen können.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean-Jacques Rousseau
- Tätigkeit:
- französischsprachiger Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion