Begierden und Leidenschaften aber sind unersättlich – sie richten nicht nur einzelne Menschen zugrunde, sondern auch ganze Familien, ja sie bringen oft auch den ganzen Staat zu Fall.

- Cicero

Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat

Cicero warnt in diesem Zitat eindringlich vor der destruktiven Kraft von Begierden und Leidenschaften, die, wenn sie unkontrolliert bleiben, weitreichende Schäden anrichten können.

Seine Worte unterstreichen die menschliche Tendenz zur Maßlosigkeit, die oft zu persönlichen und gesellschaftlichen Krisen führt. Begierden und Leidenschaften sind natürliche Teile des menschlichen Wesens, doch ihre ‚Unersättlichkeit‘ macht sie zu einer Gefahr, wenn sie nicht durch Vernunft und Selbstkontrolle gezügelt werden. Einzelne Menschen können durch maßlose Gier, Eifersucht oder Zorn innerlich zerbrechen, während ganze Familien und Staaten durch Intrigen, Korruption oder Machtmissbrauch destabilisiert werden können.

Dieses Zitat regt dazu an, über den Wert von Mäßigung und Selbstbeherrschung nachzudenken. Cicero mahnt, dass wahre Stärke darin liegt, die eigenen Impulse zu beherrschen, anstatt von ihnen beherrscht zu werden. Es ist eine universelle Botschaft, die in einer modernen Welt, die oft durch Konsum und ungebremste Gier geprägt ist, besonders relevant bleibt.

Die Reflexion lädt dazu ein, persönliche und kollektive Verantwortung zu übernehmen. Wie können wir unsere Leidenschaften in Bahnen lenken, die uns und der Gesellschaft nutzen, anstatt Schaden anzurichten? Ciceros Worte erinnern uns daran, dass Maß und Vernunft der Schlüssel zu einem harmonischen und stabilen Leben sind – sowohl für den Einzelnen als auch für die Gemeinschaft.

Zitat Kontext

Cicero, ein römischer Staatsmann, Philosoph und Anwalt, war zutiefst geprägt von den politischen und sozialen Unruhen seiner Zeit. Seine Schriften reflektieren die Herausforderungen, denen sich die römische Republik gegenüber sah, insbesondere Korruption, Machtmissbrauch und den Verfall moralischer Werte.

Dieses Zitat ist Teil von Ciceros ethischem und politischem Denken, das stark von stoischen und platonischen Ideen beeinflusst war. Die Stoiker betonten die Notwendigkeit der Selbstbeherrschung und die Unterordnung der Leidenschaften unter die Vernunft. Für Cicero war dies nicht nur eine persönliche Tugend, sondern auch eine Voraussetzung für den Erhalt eines funktionierenden Staates.

Im historischen Kontext steht dieses Zitat als Warnung vor den Folgen einer enthemmten Gesellschaft, in der individuelle Begierden die öffentliche Ordnung untergraben können. Cicero sah in der Maßlosigkeit der römischen Elite eine der Hauptursachen für den Niedergang der Republik.

Auch heute bleibt diese Warnung aktuell. In einer Welt, die oft von Gier, Machtstreben und unkontrollierten Emotionen geprägt ist, fordert Cicero uns auf, die Balance zwischen individuellen Wünschen und kollektiver Verantwortung zu finden. Seine Botschaft erinnert daran, dass die Fähigkeit zur Selbstkontrolle nicht nur für das persönliche Wohl, sondern auch für die Stabilität von Gemeinschaften und Staaten entscheidend ist.

Daten zum Zitat

Autor:
Cicero
Tätigkeit:
römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
Keine Emotion