Der Tod ist für einen Staat nicht so natürlich wie für einen Menschen, für den der Tod nicht nur notwendig, sondern oft sogar wünschenswert ist.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Ciceros Zitat reflektiert über die Unterschiede zwischen der Vergänglichkeit des Einzelnen und der Langlebigkeit von Staaten. Während der Tod für den Menschen eine natürliche und unausweichliche Realität darstellt, kann er für einen Staat als unnatürlich und widernatürlich empfunden werden, da dieser darauf ausgelegt ist, über Generationen hinweg zu bestehen.
Der Gedanke, dass der Tod für den Einzelnen oft wünschenswert sein könnte, verweist auf das Ende von Leiden oder die Erfüllung eines natürlichen Lebenszyklus. Im Gegensatz dazu erscheint der ‚Tod‘ eines Staates – sei es durch Zusammenbruch, Auflösung oder Eroberung – wie eine Störung des natürlichen Laufs der Dinge.
Das Zitat fordert den Leser auf, über die Unterschiede zwischen individueller Sterblichkeit und der Verantwortung nachzudenken, die Gemeinschaften und Staaten tragen, um Kontinuität und Stabilität zu gewährleisten. Es erinnert uns daran, dass das Leben eines Menschen endlich ist, während ein Staat ein Vermächtnis und eine Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen hat.
Zitat Kontext
Marcus Tullius Cicero, ein römischer Philosoph und Staatsmann, lebte in einer Zeit großer politischer Unsicherheiten und Umwälzungen. Dieses Zitat spiegelt seine Überlegungen zur Langlebigkeit von Staaten wider, die im Gegensatz zur natürlichen Endlichkeit des menschlichen Lebens stehen.
Im historischen Kontext der späten Römischen Republik könnte Cicero auf die zunehmenden politischen und sozialen Spannungen Bezug genommen haben, die das Überleben der Republik gefährdeten.
Philosophisch verweist das Zitat auf die Unterschiede zwischen individuellen und kollektiven Existenzen: Während der Tod des Einzelnen unvermeidlich ist, erfordert das Überleben eines Staates eine aktive und bewusste Pflege durch seine Bürger und Führer.
Auch heute bleibt diese Botschaft relevant, da sie die Fragilität von Gemeinschaften und die Verantwortung ihrer Mitglieder betont. Es ist ein Aufruf, die Stabilität von Institutionen zu schützen und die gemeinsame Zukunft zu gestalten, während man gleichzeitig die eigene Sterblichkeit akzeptiert.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion