Anziehungskraft Gedanken und Witze willst Du verschwenden? Den Anhang der Menschen Dir zuzuwenden?! Gib ihnen was Gutes zu fressen, zu saufen: Sie kommen in Scharen Dir zugelaufen.

- Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Schopenhauer äußert in diesem Zitat eine bittere, aber scharfsinnige Beobachtung über die Natur menschlicher Gesellschaft. Er stellt die Frage, ob tiefgründige Gedanken oder geistreiche Witze wirklich ausreichen, um Menschen für sich zu gewinnen – oder ob es am Ende doch nur materielle Bedürfnisse sind, die die Massen anziehen.

Diese Einsicht hat bis heute ihre Gültigkeit. Während viele Intellektuelle nach Einfluss durch Wissen und Ideen streben, zeigt sich oft, dass einfache, greifbare Anreize wie Essen und Trinken eine viel größere Wirkung auf die Menschen haben. Dies spiegelt sich nicht nur im Alltag wider, sondern auch in Politik, Wirtschaft und Unterhaltung – oft wird nicht das Tiefgründige honoriert, sondern das, was die unmittelbarsten Bedürfnisse befriedigt.

Das Zitat regt dazu an, über den Wert von Intellekt und Konsum nachzudenken. Sind Menschen wirklich nur durch Genuss und Befriedigung einfacher Bedürfnisse zu lenken? Oder gibt es eine tiefere Sehnsucht nach Sinn, die durch reine materielle Angebote nicht gestillt werden kann?

Schopenhauer gibt hier keine Antwort, aber seine Worte laden dazu ein, sich kritisch mit dem Verhältnis zwischen Geist und Körper, Intellekt und Sinnesfreuden auseinanderzusetzen.

Zitat Kontext

Arthur Schopenhauer (1788–1860) war ein deutscher Philosoph, dessen Weltsicht stark von Pessimismus geprägt war. Er betrachtete die menschliche Natur oft mit Skepsis und sah sie als getrieben von irrationalen Bedürfnissen und Trieben.

Dieses Zitat steht in engem Zusammenhang mit seiner Theorie des Willens. Schopenhauer argumentierte, dass der Mensch von tief verankerten, oft egoistischen Antrieben gesteuert wird. Während die Vernunft und der Intellekt für einige wichtig sein mögen, dominieren in der Masse einfachere Bedürfnisse wie Essen, Trinken und Vergnügen.

Diese Idee lässt sich auch auf moderne Gesellschaften übertragen. In einer Welt, die stark von Konsum und Unterhaltung geprägt ist, bleibt Schopenhauers Einsicht aktuell: Menschen lassen sich oft leichter durch einfache Anreize mobilisieren als durch intellektuelle oder moralische Argumente.

Sein Zitat ist damit nicht nur eine Kritik an der Gesellschaft, sondern auch eine Mahnung, über die eigenen Werte und Prioritäten nachzudenken.

Daten zum Zitat

Autor:
Arthur Schopenhauer
Tätigkeit:
deutscher Philosoph
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion