Anstatt unser Los mit dem derjenigen zu vergleichen, die mehr Glück haben als wir, sollten wir es mit dem Los der großen Mehrheit unserer Mitmenschen vergleichen. Dann zeigt sich, dass wir zu den Privilegierten gehören.
- Helen Keller

Klugwort Reflexion zum Zitat
Helen Kellers Zitat fordert uns dazu auf, die Perspektive zu wechseln und unsere eigenen Lebensumstände nicht mit denen zu vergleichen, die vermeintlich 'mehr Glück' haben, sondern mit denjenigen, die weniger haben.
Diese Haltung ist ein Aufruf zur Dankbarkeit und Demut. Oft neigen wir dazu, unsere Probleme und Herausforderungen als besonders schwerwiegend zu empfinden, besonders wenn wir uns mit anderen vergleichen, die über mehr Besitz oder Erfolg verfügen. Keller fordert uns jedoch zu einer breiteren, empathischen Sichtweise auf: Wenn wir unseren Fokus von dem abwenden, was uns fehlt, und auf das lenken, was wir haben, können wir erkennen, dass wir in vielerlei Hinsicht privilegiert sind.
Das Zitat erinnert uns daran, wie relativ unser Wohlstand und unsere Lebensqualität sind. In einer Welt, in der viele Menschen in Armut leben oder mit schwerwiegenden physischen oder sozialen Herausforderungen konfrontiert sind, erscheint das eigene Leben in einem neuen Licht. Es ist eine Einladung zur Achtsamkeit und zum Bewusstsein über die eigenen Privilegien – etwas, das in einer globalisierten Welt, in der viele von uns einen vergleichbaren Wohlstand genießen, oft übersehen wird.
Keller fordert nicht nur zur Reflexion über das eigene Leben auf, sondern auch zu einem Perspektivwechsel, der zu mehr Empathie und sozialer Verantwortung führt. In einer Zeit, in der soziale Ungleichheiten und Armut weiterhin weit verbreitet sind, bleibt ihre Botschaft von Dankbarkeit und dem Vergleich mit der großen Mehrheit nach wie vor hochaktuell.
Zitat Kontext
Helen Keller war eine außergewöhnliche Frau, die trotz ihrer Blindheit und Taubheit eine bedeutende Schriftstellerin und Aktivistin wurde. Ihr Leben war ein Zeugnis für den Triumph des menschlichen Willens über enorme Hindernisse. In ihren Schriften und Reden betonte Keller immer wieder die Bedeutung von Empathie, sozialer Verantwortung und Dankbarkeit.
Das Zitat spiegelt ihre tief verwurzelte Philosophie wider, dass das menschliche Leben nicht nur durch die eigenen Herausforderungen, sondern auch durch das Bewusstsein für das Leid und die Armut anderer definiert wird. In einer Zeit, in der Keller lebte, waren die sozialen Unterschiede noch ausgeprägter, und viele Menschen litten unter Armut, Krankheiten und Diskriminierung. Keller selbst hatte als Frau mit einer Behinderung eine sehr eingeschränkte Lebensqualität, was sie jedoch nicht davon abhielt, sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und die soziale Gerechtigkeit einzusetzen.
Ihre Philosophie ist besonders im historischen Kontext relevant, da sie ein klares Gegengewicht zur zunehmenden Materialisierung und den immer weiter auseinanderklaffenden sozialen Schichten des 20. Jahrhunderts setzte. Keller ermutigte dazu, die eigenen Privilegien nicht als gegeben zu betrachten, sondern als eine Verantwortung, die den eigenen Erfolg und das Wohlsein relativiert.
In der heutigen Zeit, in der die Kluft zwischen Arm und Reich immer sichtbarer wird, bleibt ihr Zitat eine eindrucksvolle Erinnerung daran, dass wir alle in Relation zu anderen sehen sollten, um ein größeres Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit und Privilegien zu entwickeln.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Helen Keller
- Tätigkeit:
- US Schriftstellerin, Aktivistin und Dozentin
- Epoche:
- Moderne
- Emotion:
- Keine Emotion