Aller Haß, zu dem wir Menschen fähig sind, kann mit einer ganz einfachen Methode abgebaut werden: Man setzt sich jeden Abend eine halbe Stunde hin und verzeiht indem man sagt: „Wir wollen immer verzeihen. Dem Reuigen um seinetwillen, dem Reuelosen um unseretwillen“.
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Marie von Ebner-Eschenbach beschreibt in diesem Zitat Vergebung als einen aktiven und heilenden Prozess, der sowohl anderen als auch uns selbst zugutekommt. Sie schlägt eine bewusste tägliche Übung vor, bei der man Hass durch Vergebung ersetzt. Dabei unterscheidet sie zwischen der Vergebung für den Reuigen, die aus Mitgefühl erfolgt, und der Vergebung für den Reuelosen, die um des eigenen inneren Friedens willen geschieht.
Die Reflexion über dieses Zitat zeigt, dass Vergebung ein Weg ist, um emotionale Lasten loszulassen. Hass und Groll sind belastende Emotionen, die nicht nur Beziehungen schädigen, sondern auch die eigene Seele vergiften können. Ebner-Eschenbachs Methode betont, dass Vergebung kein passiver Akt ist, sondern eine bewusste Entscheidung, die Mut und Selbstreflexion erfordert. Ihre Worte erinnern daran, dass Vergebung nicht von der Reue anderer abhängt, sondern ein Geschenk ist, das wir uns selbst machen können.
Das Zitat inspiriert dazu, Vergebung als tägliche Praxis in Betracht zu ziehen. Es fordert uns auf, die heilende Kraft dieser Haltung zu nutzen, um sowohl unser eigenes Wohlbefinden zu fördern als auch die Beziehungen zu anderen zu verbessern. Ebner-Eschenbachs Einsicht ist ein zeitloser Aufruf, Hass durch Mitgefühl und inneren Frieden zu ersetzen, indem wir aktiv die Kraft der Vergebung in unser Leben integrieren.
Zitat Kontext
Marie von Ebner-Eschenbach, eine bedeutende Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, war bekannt für ihre tiefgründigen Einsichten in die menschliche Natur und Ethik. Dieses Zitat spiegelt ihre humanistische und psychologische Weisheit wider, die sich in vielen ihrer Werke zeigt. Sie plädiert für Vergebung als einen essenziellen Teil des menschlichen Lebens, der persönliche und soziale Heilung ermöglicht.
Im historischen Kontext lebte Ebner-Eschenbach in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen und Umbrüche. Ihre Betonung von Vergebung könnte als ein Plädoyer für Versöhnung und Harmonie in einer polarisierten Welt verstanden werden. Vergebung war nicht nur eine persönliche Tugend, sondern auch ein Mittel, um gesellschaftliche Konflikte zu entschärfen.
Auch heute bleibt dieses Zitat relevant, da es die universelle Bedeutung von Vergebung und innerem Frieden anspricht. In einer Welt, die oft von Groll und Konflikten geprägt ist, erinnert uns Ebner-Eschenbach daran, dass Vergebung ein kraftvolles Werkzeug ist, um Hass zu überwinden und das eigene Leben zu bereichern. Ihre Worte laden dazu ein, Vergebung als eine bewusste Praxis in unseren Alltag zu integrieren und so zu mehr Frieden und Verständnis beizutragen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion