Alle Träume haben einen Grund, und mögen es die unsterblichen Göttern geben, daß wir diesen (Grund) nicht durch unseren Aberglauben und unsere Verkehrtheit vergrößern!
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Ciceros Zitat zeigt eine weise und kritische Haltung gegenüber Träumen und deren Deutung. Er erkennt an, dass Träume eine Ursache haben, sei es psychologisch, spirituell oder physiologisch. Gleichzeitig warnt er davor, sie durch Aberglauben oder irrationale Interpretationen zu überfrachten und so unnötig in ihrer Bedeutung zu vergrößern. Diese Aussage lädt dazu ein, eine reflektierte und ausgewogene Haltung gegenüber Träumen einzunehmen: Sie ernst zu nehmen, aber sie nicht als unfehlbare Botschaften oder Prophezeiungen zu betrachten.
Das Zitat regt dazu an, über die Balance zwischen Rationalität und Offenheit für das Unbewusste nachzudenken. Ciceros Worte könnten als Einladung gesehen werden, Träume als Hinweise auf unsere inneren Zustände zu betrachten, ohne sie durch irrationale Ängste oder Projektionen zu verzerren. Es ist ein Plädoyer für einen aufgeklärten Umgang mit den Rätseln der menschlichen Psyche und ein Appell, sich von irrationalem Aberglauben zu distanzieren.
In einer Welt, die oft zwischen Rationalität und Mystik schwankt, erinnert Cicero daran, dass die Wahrheit oft in der Mitte liegt. Seine Worte sind eine Einladung, Träume mit Neugier und Vernunft zu betrachten, ohne dabei in Extreme zu verfallen.
Zitat Kontext
Marcus Tullius Cicero, ein bedeutender römischer Philosoph, Redner und Staatsmann, lebte in einer Zeit, in der Träume oft als Botschaften der Götter oder als Vorzeichen gedeutet wurden. Sein Zitat spiegelt den rationalen Geist der römischen Philosophie wider, insbesondere in der Tradition der Stoa und der Epikureer, die Aberglauben kritisch hinterfragten.
Cicero befasste sich in vielen seiner Werke mit der Frage, wie Vernunft und Glaube miteinander in Einklang gebracht werden können. Dieses Zitat könnte im Kontext seiner Bemühungen stehen, eine Brücke zwischen der spirituellen und der rationalen Welt zu schlagen.
Auch in der heutigen Zeit, in der Träume weiterhin als Quelle für Selbstreflexion oder spirituelle Einsichten betrachtet werden, bleibt Ciceros Botschaft relevant. Sie fordert dazu auf, Träume nicht zu ignorieren, aber sie auch nicht durch unnötige Interpretation oder Aberglauben zu verzerren. Seine Worte erinnern daran, dass Klarheit und Vernunft wesentliche Werkzeuge sind, um die Welt – und uns selbst – zu verstehen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion