Aber er war eine dieser schwachen Kreaturen ohne Stolz, ängstliche, blutarme, hasserfüllte Seelen voller verschlagener Gerissenheit, die weder Gott noch den Menschen, nicht einmal sich selbst gegenübertreten.
- Herbert George Wells

Klugwort Reflexion zum Zitat
H.G. Wells beschreibt in diesem Zitat einen Menschen, der sich vor der Konfrontation mit sich selbst und der Welt fürchtet. Sein Charakter ist geprägt von Angst, Hass und Verschlagenheit – eine Kombination, die ihn nicht nur von anderen, sondern auch von sich selbst entfremdet.
Dieses Zitat lädt uns dazu ein, über die Natur menschlicher Schwäche nachzudenken. Was macht eine Person schwach? Ist es die Angst vor der Wahrheit, vor Verantwortung oder vor der eigenen Vergangenheit? Wells zeigt, dass wahre Stärke nicht nur in körperlicher Kraft oder Intelligenz liegt, sondern in der Fähigkeit, sich der Realität zu stellen – mit all ihren Herausforderungen.
Die Beschreibung dieser 'blutarmen' Seele wirkt besonders eindringlich, weil sie eine emotionale Leere suggeriert. Wer voller Hass ist, verliert oft auch die Fähigkeit zur Liebe und zum Mitgefühl. Wer gerissen agiert, um sich Vorteile zu verschaffen, wird vielleicht kurzfristig Erfolg haben, aber langfristig an Einsamkeit und Selbstverachtung leiden.
In unserer modernen Gesellschaft, in der Selbstbetrug, Manipulation und Angst oft eine große Rolle spielen, bleibt Wells’ Analyse relevant. Sein Zitat erinnert uns daran, dass wahre Größe nicht aus List oder Täuschung entsteht, sondern aus Mut, Ehrlichkeit und der Bereitschaft, sich selbst und anderen in die Augen zu sehen.
Zitat Kontext
Herbert George Wells (1866–1946) war ein britischer Schriftsteller, bekannt für seine visionären Werke der Science-Fiction, aber auch für seine scharfe Gesellschaftskritik. Er analysierte oft die Schattenseiten der menschlichen Natur und die Gefahren von Macht, Angst und Selbsttäuschung.
Dieses Zitat stammt aus einem seiner Werke, in denen er oft Charaktere beschrieb, die durch ihre inneren Konflikte und moralischen Schwächen gezeichnet sind. Wells betrachtete solche Figuren nicht nur als Individuen, sondern als Spiegel gesellschaftlicher Missstände.
Sein Zitat bleibt heute aktuell, da es zeigt, wie sich Angst und Hass in Menschen manifestieren, die sich nicht mit ihrer eigenen Wahrheit auseinandersetzen wollen. Wells erinnert uns daran, dass Stärke nicht in der Flucht oder der Manipulation liegt, sondern im Mut zur Wahrheit – sowohl gegenüber anderen als auch gegenüber sich selbst.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Herbert George Wells
- Tätigkeit:
- britischer Schriftsteller, Historiker und Soziologe
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion