Wenn einer Person in einer Regierung außerordentliche Macht und außerordentliche Bezüge zugestanden werden, wird sie zum Zentrum, um das sich jede Art von Korruption bildet.
- Thomas Paine

Klugwort Reflexion zum Zitat
Thomas Paine formuliert in diesem Zitat eine scharfe Warnung vor Machtkonzentration in der Regierung. Er argumentiert, dass übermäßige Macht und finanzielle Vorteile unweigerlich Korruption anziehen. Eine Person, die mit außergewöhnlichen Privilegien ausgestattet ist, wird zum Mittelpunkt eines Netzwerks von Interessenkonflikten, Günstlingswirtschaft und Machtmissbrauch.
Diese Einsicht ist zeitlos und zeigt sich in zahlreichen historischen und modernen politischen Systemen. Wenn Einzelpersonen oder kleine Gruppen zu viel Macht erhalten, besteht immer die Gefahr, dass diese Positionen nicht zum Wohle der Allgemeinheit genutzt werden, sondern für persönliche oder parteipolitische Vorteile. Macht neigt dazu, sich selbst zu erhalten – und Korruption wächst dort, wo Kontrolle fehlt.
Das Zitat regt dazu an, über die Mechanismen politischer Macht nachzudenken. Wie können Systeme gestaltet werden, um Machtmissbrauch zu verhindern? Welche Rolle spielen Gewaltenteilung, Transparenz und Rechenschaftspflicht? Paine erinnert uns daran, dass Demokratie nicht nur eine Frage der Wahlen ist – sondern auch der strukturellen Begrenzung von Macht.
Kritisch könnte man fragen, ob wirklich jede Form von außergewöhnlicher Macht zwangsläufig zu Korruption führt. Gibt es nicht auch Beispiele für mächtige Führungspersönlichkeiten, die ihre Position für das Gemeinwohl genutzt haben? Doch Paines Kernbotschaft bleibt bestehen: Je weniger Kontrolle und Begrenzung es gibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Macht korrumpiert. Seine Worte sind eine Mahnung, politische Systeme stets kritisch zu hinterfragen und gegen Machtkonzentration wachsam zu bleiben.
Zitat Kontext
Thomas Paine (1737–1809) war einer der einflussreichsten Denker der Aufklärung und spielte eine zentrale Rolle in der Amerikanischen und Französischen Revolution. Seine Schriften wie *Common Sense* und *The Rights of Man* trugen maßgeblich zur Entwicklung demokratischer Ideen bei.
Das Zitat steht im Kontext seiner grundsätzlichen Skepsis gegenüber unkontrollierter Macht. Paine glaubte an eine Regierung, die von den Menschen kontrolliert wird, nicht umgekehrt. Er erkannte früh, dass Macht, wenn sie nicht begrenzt wird, zu Missbrauch führt – eine Warnung, die in vielen historischen und modernen Kontexten zutrifft.
Historisch betrachtet, schrieb Paine in einer Zeit, in der Monarchien und autokratische Systeme vorherrschend waren. Sein Kampf galt der Idee, dass Macht von den Bürgern ausgehen sollte, nicht von einer einzelnen, überprivilegierten Elite. Seine Worte fanden später Anklang in vielen demokratischen Bewegungen weltweit.
Auch heute bleibt das Zitat hochaktuell. In einer Welt, in der Korruption, Machtmissbrauch und autoritäre Tendenzen in vielen Ländern weiterhin existieren, erinnert Paine daran, dass demokratische Kontrolle unerlässlich ist. Seine Worte laden dazu ein, stets wachsam gegenüber Machtkonzentration zu bleiben – und dafür zu sorgen, dass Regierungen dem Volk dienen, nicht umgekehrt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Thomas Paine
- Tätigkeit:
- brit.-amerik. politischer Aktivist, Schriftsteller und Intellektueller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion