Was die Behauptung betrifft: "Von zwei Übeln das kleinste", so heißt das mit anderen Worten: Lieber unsittlich als schwach und elend.

- Cicero

Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat

Cicero kritisiert in diesem Zitat die oft pragmatische Haltung, zwischen zwei Übeln das kleinere zu wählen. Er deutet darauf hin, dass eine solche Denkweise dazu führen kann, moralische Prinzipien zugunsten vermeintlicher Vorteile oder zur Vermeidung von Leid zu opfern.

Diese Reflexion regt dazu an, über die moralischen Kompromisse nachzudenken, die wir bereit sind einzugehen. Wie oft entscheiden wir uns aus Bequemlichkeit oder Angst für eine Option, die zwar weniger schlimm erscheint, aber dennoch unsere Werte und Prinzipien untergräbt? Cicero stellt die Frage, ob es wirklich besser ist, ‚unsittlich‘ zu handeln, nur um Schwäche oder Elend zu vermeiden. Seine Worte ermutigen, über die langfristigen Konsequenzen solcher Entscheidungen nachzudenken und den Mut zu finden, für das Richtige einzustehen, auch wenn es mit Schwierigkeiten verbunden ist.

Das Zitat inspiriert, Entscheidungen nicht allein auf pragmatische Überlegungen zu stützen, sondern stets die moralische Dimension im Blick zu behalten. Es ist ein Aufruf, nicht den einfachen Weg zu wählen, sondern denjenigen, der mit den eigenen Werten im Einklang steht – selbst wenn dieser schwieriger ist.

Zitat Kontext

Marcus Tullius Cicero, einer der bedeutendsten Philosophen und Redner der römischen Antike, war ein Verfechter der Tugendethik und der stoischen Philosophie. Dieses Zitat spiegelt seine Überzeugung wider, dass moralische Prinzipien nicht zugunsten pragmatischer Vorteile aufgegeben werden sollten.

Im historischen Kontext entstand diese Aussage in einer Zeit politischer Instabilität und Machtkämpfe in der römischen Republik. Cicero beobachtete oft, wie Politiker und Entscheidungsträger moralische Grundsätze zugunsten kurzfristiger politischer Vorteile aufgaben. Seine Kritik an der Idee, das ‚kleinere Übel‘ zu wählen, war eine Warnung vor der schleichenden Korruption von Werten, die die Grundlage einer gerechten Gesellschaft bilden.

Auch heute bleibt diese Botschaft relevant. In einer Welt, die oft schnelle und pragmatische Lösungen priorisiert, erinnert Cicero daran, dass solche Entscheidungen langfristige Auswirkungen auf unsere Integrität und die Gesellschaft haben können. Seine Worte sind ein zeitloser Appell, den Mut zu finden, für das Richtige einzustehen und moralische Prinzipien über Bequemlichkeit zu stellen.

Daten zum Zitat

Autor:
Cicero
Tätigkeit:
römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
Keine Emotion