Warum denk' ich: die tiefsten Schmerzensstriche auf unserer Stirn, die Runzeln des Lebens sind nur kleine Linien aus dem ungeheuern Bauriß, den der Weltgeist zieht, unbekümmert, welche Stirnen und Freuden seine Glückslinie schmerzhaft durchschneide?

- Jean Paul

Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat

Jean Pauls Worte malen ein tief bewegendes Bild des Lebens, das voller Schwere und Schönheit zugleich ist. Er beschreibt die Runzeln des Lebens – die Zeichen von Schmerz und Erfahrung – als Teil eines größeren Plans, eines 'Baurisses', den der Weltgeist zieht. Es ist ein Gedanke, der sowohl Trost als auch Ehrfurcht hervorruft.

Die Vorstellung, dass unser persönliches Leid Teil eines größeren Ganzen ist, kann helfen, Schmerz mit einer neuen Perspektive zu betrachten. Es fordert uns auf, die universellen Zusammenhänge zu erkennen und unseren eigenen Platz darin zu reflektieren. Diese Idee mag nicht jede Trauer lindern, aber sie bietet die Möglichkeit, inmitten von Leid einen Sinn zu finden. Jean Pauls Zitat ermutigt, das Leben in seiner Gesamtheit zu sehen, mit allen Höhen und Tiefen, und den Schmerz als Teil der menschlichen Erfahrung anzunehmen.

Zitat Kontext

Jean Paul, der bürgerlich Johann Paul Friedrich Richter hieß, war ein deutscher Dichter und Denker, der die Romantik mit seiner unvergleichlichen Sprachkraft bereicherte. Dieses Zitat entspringt seiner typischen Fähigkeit, die Tiefen des menschlichen Daseins mit einer poetischen, philosophischen Tiefe zu durchdringen.

In einer Zeit des Umbruchs und der Unsicherheit suchte Jean Paul oft nach einem übergeordneten Sinn im scheinbaren Chaos des Lebens. Der 'Weltgeist', den er hier erwähnt, spiegelt sein Streben wider, das Leid des Einzelnen in den größeren Kontext einer universellen Ordnung zu setzen. Seine Worte laden dazu ein, über den eigenen Schmerz hinauszublicken und sich mit der Idee zu versöhnen, dass auch die dunkelsten Momente Teil eines großen Entwurfs sein könnten. Diese zeitlose Botschaft bleibt auch heute relevant und bewegend.

Daten zum Zitat

Autor:
Jean Paul
Tätigkeit:
deutscher Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion