Während man im Überfluss schwelgt, sieht man andre darben; dabei besitzt man den Mut – nein die Gotteslästerung, fromm zu sein.
- Emanuel Wertheimer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Emanuel Wertheimer kritisiert in diesem Zitat die Heuchelei und moralische Blindheit, die oft mit Wohlstand und Frömmigkeit einhergehen. Er stellt die Absurdität und den Widerspruch dar, dass Menschen im Überfluss leben und gleichzeitig ihren Glauben oder ihre Frömmigkeit zur Schau stellen, während sie das Leiden anderer ignorieren. Die Verwendung des Begriffs ‚Gotteslästerung‘ deutet darauf hin, dass ein solches Verhalten nicht nur moralisch fragwürdig, sondern auch ein Widerspruch zu den Werten ist, die echte Spiritualität oder Religion vermitteln sollte.
Die Reflexion zeigt, dass Wertheimer auf ein universelles und zeitloses Problem aufmerksam macht: die Trennung von Glauben und Handeln. Frömmigkeit, die sich nicht in Mitgefühl und Handlungen der Gerechtigkeit ausdrückt, wird hier als leer und scheinheilig entlarvt. Das Zitat fordert dazu auf, den eigenen Lebensstil und die eigenen Werte kritisch zu hinterfragen, insbesondere in einer Welt, die von sozialer Ungleichheit geprägt ist.
Dieses Zitat lädt dazu ein, über die Verantwortung nachzudenken, die mit Privilegien und Wohlstand einhergeht. Es ruft dazu auf, nicht nur mit Worten, sondern mit Taten die Werte zu leben, die man vorgibt zu vertreten. Wertheimer erinnert uns daran, dass wahre Spiritualität oder moralische Integrität nicht in der Abgrenzung von anderen, sondern in der Fürsorge und Unterstützung für sie besteht.
Letztlich ist dies ein Aufruf zur Authentizität und zur aktiven Mitmenschlichkeit. Wertheimer inspiriert uns, die Diskrepanz zwischen Überfluss und Armut nicht zu ignorieren und unseren Glauben oder unsere Werte in eine praktische, gerechte Lebensweise zu übersetzen. Seine Worte erinnern daran, dass wahre Frömmigkeit oder ethisches Verhalten nicht im Ritual oder Glaubensbekenntnis liegt, sondern in der Art und Weise, wie wir mit den Bedürfnissen unserer Mitmenschen umgehen.
Zitat Kontext
Emanuel Wertheimer, ein scharfsinniger Beobachter seiner Zeit, verfasste dieses Zitat in einer Epoche, die von sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten geprägt war. Seine Worte richten sich gegen die Doppelmoral und Heuchelei, die er in der Gesellschaft sah – besonders in den oberen Schichten, die oft moralische Überlegenheit beanspruchten, während sie die Not der weniger Privilegierten ignorierten.
Der historische Kontext zeigt, dass Wertheimer in einer Zeit lebte, in der Religion und soziale Strukturen eng miteinander verflochten waren. Seine Kritik richtet sich gegen eine oberflächliche Frömmigkeit, die sich nicht in sozialen Taten manifestiert, und spiegelt einen Wunsch nach authentischer Spiritualität und sozialer Gerechtigkeit wider.
Auch heute bleibt dieses Zitat hochaktuell. In einer Welt, in der Wohlstand und Armut oft nebeneinander existieren, fordert es dazu auf, die eigene Verantwortung in einer ungerechten Gesellschaft zu erkennen. Wertheimer lädt dazu ein, die Kluft zwischen Überfluss und Not nicht hinzunehmen, sondern aktiv gegen sie vorzugehen.
Seine Worte inspirieren dazu, moralische Werte nicht nur zu predigen, sondern auch zu leben. Sie sind eine zeitlose Mahnung, soziale Ungerechtigkeit nicht mit Frömmigkeit zu überdecken, sondern den Glauben oder die eigenen Prinzipien in eine gerechte und mitfühlende Lebensweise umzusetzen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Emanuel Wertheimer
- Tätigkeit:
- ungar. deutsch. österr. Aphoristiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Moderne
- Mehr?
- Alle Emanuel Wertheimer Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion