Verblendeter, vom eiteln Glanz verführt! Verachte dein Geburtsland! Schäme dich Der uralt frommen Sitte deiner Väter!
- Friedrich Schiller

Klugwort Reflexion zum Zitat
Friedrich Schillers Zitat ist eine scharfe Kritik an denjenigen, die sich von oberflächlichem Glanz und eitlen Verlockungen blenden lassen, sodass sie ihre Wurzeln, Traditionen und kulturelle Identität verachten. Der Ausdruck „Verblendeter“ deutet auf eine Ignoranz hin, die sich aus einem Streben nach äußerem Ruhm und Prestige ergibt, während die „uralt frommen Sitten der Väter“ für die wertvollen, aber oft unterschätzten Grundlagen von Herkunft und Kultur stehen.
Dieses Zitat lädt dazu ein, die Bedeutung von Heimat und Tradition zu reflektieren. In einer globalisierten Welt, in der der Drang nach Modernisierung und Anpassung an internationale Standards oft Traditionen und lokale Identitäten verdrängt, bleibt Schillers Kritik aktuell. Es ist keine Aufforderung, blind an alten Sitten festzuhalten, sondern ein Aufruf, die eigenen Wurzeln zu würdigen und nicht leichtfertig aufzugeben.
Schiller mahnt, dass die Verachtung der eigenen Herkunft ein Verlust von Identität und Authentizität bedeutet. Er fordert dazu auf, die Balance zwischen Fortschritt und Tradition zu suchen, anstatt den Glanz des Neuen auf Kosten des Alten zu glorifizieren. Sein Zitat erinnert daran, dass kulturelles Erbe nicht nur ein Teil der Vergangenheit ist, sondern auch eine Ressource für die Gegenwart und Zukunft sein kann.
Zitat Kontext
Friedrich Schiller, ein zentraler Vertreter der Weimarer Klassik, war bekannt für seine Auseinandersetzung mit moralischen, kulturellen und politischen Fragen. Dieses Zitat spiegelt Schillers intensive Beschäftigung mit der Bedeutung von Tradition und kultureller Identität wider. In einer Zeit, in der die europäischen Gesellschaften durch die Aufklärung und die Französische Revolution radikalen Veränderungen unterworfen waren, sah Schiller die Gefahr, dass Traditionen und Werte zugunsten eines übermäßigen Fortschrittsdenkens verdrängt werden könnten.
Historisch betrachtet richtet sich Schillers Kritik sowohl gegen die blinde Nachahmung fremder Moden und Ideologien als auch gegen die Selbstverleugnung, die mit der Abkehr von den eigenen Wurzeln einhergeht. In der Romantik, die kurz nach Schillers Tod an Bedeutung gewann, wurde diese Thematik weiter vertieft, da die Rückbesinnung auf das Lokale und Traditionelle als Gegenpol zur Moderne betrachtet wurde.
Heute ist Schillers Zitat von besonderer Relevanz, da es Fragen nach kultureller Identität und Globalisierung aufgreift. Es fordert dazu auf, die eigene Herkunft nicht zu verachten, sondern als wertvollen Teil der persönlichen und kollektiven Identität zu schätzen. Schiller erinnert daran, dass Fortschritt und Tradition nicht zwangsläufig Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig ergänzen können, wenn sie mit Respekt und Verständnis betrachtet werden.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Friedrich Schiller
- Epoche:
- Klassik
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- Emotion:
- Keine Emotion