Unter bürgerlich verstehe ich das, worin sich der Mensch bisher geborgen gefühlt hat. Bürgerlich ist vor allem unsere Sprache: Sie zu entbürgerlichen die vornehmste Aufgabe der Zukunft.

- Christian Morgenstern

Klugwort Reflexion zum Zitat

Morgenstern kritisiert in diesem Zitat die Starrheit der 'bürgerlichen' Sprache und fordert ihre Erneuerung.

Er beschreibt das Bürgerliche als das Gewohnte, das Sicherheit gibt, aber gleichzeitig auch begrenzend sein kann. Besonders Sprache wird hier als ein Bereich genannt, in dem sich festgefahrene Strukturen zeigen. Das 'Entbürgerlichen' der Sprache könnte bedeuten, sie von Konventionen zu befreien, sie flexibler, lebendiger und kreativer zu gestalten.

Diese Idee fordert uns auf, über die Entwicklung und Veränderung der Sprache nachzudenken. Ist Sprache nur ein konservatives Instrument der Tradition, oder kann sie auch ein Werkzeug des Wandels sein?

Morgensterns Zitat erinnert uns daran, dass Sprache sich stets weiterentwickeln muss, um den Geist einer neuen Zeit widerzuspiegeln – und dass wahre Kreativität oft darin besteht, alte Muster zu durchbrechen.

Zitat Kontext

Christian Morgenstern war ein deutscher Dichter des frühen 20. Jahrhunderts, bekannt für seine spielerische und innovative Sprache. Seine Werke hinterfragen oft etablierte Strukturen und Normen.

Dieses Zitat spiegelt seinen Wunsch nach einer Sprache wider, die nicht in starren gesellschaftlichen Mustern verharrt. In einer Zeit des Wandels – sowohl gesellschaftlich als auch sprachlich – war seine Forderung nach einer 'Entbürgerlichung' der Sprache ein Aufruf zur Erneuerung und Befreiung des Denkens.

Auch heute bleibt seine Idee aktuell. Sprache verändert sich ständig, sei es durch neue Ausdrucksweisen, digitale Kommunikation oder soziale Bewegungen. Morgenstern erinnert uns daran, dass Sprache kein statisches System ist – und dass ihre Entwicklung ein wesentlicher Teil des gesellschaftlichen Fortschritts ist.

Daten zum Zitat

Autor:
Christian Morgenstern
Tätigkeit:
deutscher Schriftsteller und Dichter
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion