Unser Gedächtnis gleicht einem Siebe, dessen Löcher, anfangs klein, wenig durchfallen lassen, jedoch immer größer werden und endlich so groß, daß das Hineingeworfene fast alles durchfällt.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Schopenhauer beschreibt hier auf anschauliche Weise den natürlichen Verfall des Gedächtnisses.
In unserer Jugend scheint unser Geist aufnahmefähig, wir erinnern uns an viele Details. Doch mit der Zeit lassen wir immer mehr durchfallen – sei es durch Alter, Ablenkung oder eine veränderte Prioritätensetzung. Schließlich wird das Gedächtnis so löchrig, dass nur noch wenige Informationen haften bleiben.
Dies fordert uns auf, über den Wert von Erinnerungen nachzudenken. Was bleibt wirklich in unserem Gedächtnis? Und wie können wir wichtige Momente bewahren, bevor sie dem Vergessen anheimfallen?
Schopenhauer erinnert uns daran, dass unser geistiger Speicher begrenzt ist – und dass bewusste Reflexion und das Festhalten bedeutender Erfahrungen vielleicht der beste Weg sind, um dem Vergessen entgegenzuwirken.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer war ein deutscher Philosoph, bekannt für seine pessimistische Sicht auf das Leben und die menschliche Natur.
Sein Zitat steht in der Tradition seiner Betrachtungen über das Bewusstsein und das Altern. Bereits in der Antike wurde über die Vergänglichkeit des Gedächtnisses philosophiert, doch Schopenhauer vergleicht es mit einem Sieb, um den schleichenden Verfall bildlich darzustellen.
Auch heute bleibt diese Einsicht relevant. In einer Zeit, in der Informationsüberflutung allgegenwärtig ist, stellt sich die Frage, welche Erinnerungen wirklich Bestand haben. Schopenhauer mahnt uns, dass unser Gedächtnis nicht unendlich aufnahmefähig ist – und dass wir bewusst wählen müssen, was wir bewahren wollen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
- Mehr?
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- Emotion:
- Keine Emotion