Um andere für einen Narr'n zu halten, braucht man nix als Leut', die einem an Dummheit übertreffen; um aber mit Vorsatz sich selbst für ein' Narr'n zu halten, muß man sich selbst an Gescheitheit übertreffen.

- Johann Nepomuk Nestroy

Johann Nepomuk Nestroy

Klugwort Reflexion zum Zitat

Johann Nepomuk Nestroy bringt in diesem Zitat mit gewohntem Witz eine tiefgründige Wahrheit über Selbstreflexion und Urteilsvermögen zum Ausdruck. Es ist leicht, andere als dumm zu betrachten, denn dies setzt lediglich voraus, dass sie in unseren Augen weniger klug erscheinen. Sich jedoch selbst als einen „Narr“ zu erkennen und diese Einsicht bewusst anzunehmen, erfordert ein außergewöhnliches Maß an Weisheit und Selbsterkenntnis. Dies ist eine Herausforderung, die Selbstreflexion und Demut voraussetzt.

Das Zitat regt dazu an, über die Art nachzudenken, wie wir andere und uns selbst beurteilen. Es zeigt, dass wahre Klugheit nicht darin liegt, die Fehler oder Schwächen anderer zu erkennen, sondern die eigenen kritisch zu betrachten. Nur wer über die Fähigkeit verfügt, sich selbst ironisch zu hinterfragen und Schwächen zu akzeptieren, kann sich wirklich als klug bezeichnen.

Nestroys Worte inspirieren dazu, die eigene Haltung zu hinterfragen und mehr Wert auf Selbstreflexion und Demut zu legen. Es erinnert daran, dass die größte Weisheit oft in der Fähigkeit liegt, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und sich eigener Fehler bewusst zu sein. Dieses Zitat ist eine zeitlose Einladung, sowohl klug als auch bescheiden zu sein.

Zitat Kontext

Johann Nepomuk Nestroy, ein österreichischer Dramatiker und Satiriker des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine scharfsinnigen und oft humorvollen Beobachtungen über menschliche Schwächen und gesellschaftliche Dynamiken. Dieses Zitat spiegelt die romantische und zugleich ironische Sichtweise seiner Zeit wider, in der Selbstreflexion und die Erkenntnis der eigenen Begrenztheit als Tugenden galten.

Historisch gesehen steht Nestroys Aussage in einem Kontext, in dem soziale Hierarchien und Status eine große Rolle spielten, oft verbunden mit Arroganz und Hochmut. Seine Worte kritisieren subtil jene, die sich über andere erheben, ohne ihre eigenen Schwächen zu erkennen, und loben die Weisheit der Selbstkritik.

Auch heute bleibt dieses Zitat hochaktuell, da es die Wichtigkeit von Selbstreflexion und Bescheidenheit in einer Welt betont, die oft von Urteilen und Vergleichen geprägt ist. Nestroys Worte erinnern uns daran, dass wahre Klugheit darin liegt, sich selbst kritisch zu betrachten und dabei die Menschlichkeit und Fehlerhaftigkeit aller – einschließlich der eigenen – zu akzeptieren.

Daten zum Zitat

Autor:
Johann Nepomuk Nestroy
Tätigkeit:
österr. Schauspieler, Dramatiker, Satiriker
Epoche:
Biedermeier
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Emotion:
Keine Emotion