So erweist sich denn das Glück als etwas Vollendetes, für sich allein Genügendes: es ist das Endziel des uns möglichen Handelns.

- Aristoteles

Aristoteles

Klugwort Reflexion zum Zitat

Aristoteles’ Zitat stellt das Glück als den höchsten Zweck des menschlichen Handelns dar. Für ihn ist das Glück nicht nur ein flüchtiges Gefühl, sondern ein Zustand der Erfüllung und des Wohlbefindens, der das Leben als Ganzes durchdringt. Es ist ‚vollendet‘, weil es das ultimative Ziel ist, auf das alle anderen Ziele hinauslaufen, und ‚für sich allein genügend‘, da es keinen weiteren Zweck benötigt, um seinen Wert zu rechtfertigen.

Diese Reflexion regt dazu an, über die Natur des Glücks nachzudenken. Für Aristoteles ist Glück keine Ansammlung von Vergnügungen, sondern das Ergebnis eines Lebens, das im Einklang mit Tugend und Vernunft geführt wird. Ein glückliches Leben entsteht durch bewusstes Handeln, Selbstreflexion und die Pflege von Tugenden wie Weisheit, Mut und Gerechtigkeit. Dieses Glück ist kein Zufall, sondern ein Ergebnis der bewussten Gestaltung des eigenen Lebens.

In einer modernen Welt, in der Glück oft mit materiellem Erfolg oder kurzfristigen Freuden gleichgesetzt wird, erinnert Aristoteles daran, dass wahres Glück tiefer und nachhaltiger ist. Es fordert uns auf, die Qualität unseres Handelns und die Ausrichtung unserer Ziele zu hinterfragen: Arbeiten wir an einem Leben, das uns innerlich erfüllt, oder jagen wir vergänglichen Belohnungen hinterher?

Zusammengefasst lehrt Aristoteles, dass Glück das Endziel unseres Handelns sein sollte, das durch Tugendhaftigkeit und bewusste Lebensgestaltung erreicht wird. Es ist eine Einladung, die Grundlagen unseres Glücks zu überdenken und unser Leben so zu führen, dass es nicht nur erfolgreich, sondern auch erfüllt und sinnvoll ist.

Zitat Kontext

Aristoteles (384–322 v. Chr.), einer der einflussreichsten Philosophen der Antike, entwickelte in seiner ‚Nikomachischen Ethik‘ eine umfassende Theorie des guten Lebens. Dieses Zitat entstammt seinen Überlegungen zum Ziel des menschlichen Handelns, das er als ‚Eudaimonia‘ bezeichnete – ein Begriff, der oft als ‚Glückseligkeit‘ oder ‚blühendes Leben‘ übersetzt wird.

Der historische Kontext von Aristoteles’ Denken liegt in einer Zeit, in der Philosophen nach universellen Prinzipien für das menschliche Leben suchten. Aristoteles setzte sich von der bloßen Suche nach Vergnügen (wie in hedonistischen Ansätzen) und der Überbetonung der Pflicht (wie später in der stoischen Philosophie) ab, indem er ein Leben vorschlug, das auf einer Balance von Tugend, Vernunft und praktischem Handeln beruht.

Philosophisch ist das Zitat eng mit Aristoteles’ teleologischem Denken verbunden, das besagt, dass alles in der Natur auf ein Ziel hin ausgerichtet ist. Für den Menschen ist dieses Ziel das Glück, das durch die Kultivierung seiner einzigartigen Fähigkeit zur Vernunft erreicht wird.

In der heutigen Zeit, die oft von Hektik und äußeren Erfolgsmaßstäben geprägt ist, bietet Aristoteles’ Konzept des Glücks eine zeitlose Orientierung. Es lädt uns ein, die tieferen Werte und Ziele unseres Lebens zu reflektieren und ein Leben zu führen, das nicht nur äußerlich erfolgreich, sondern auch innerlich erfüllend ist. Aristoteles zeigt uns, dass das wahre Glück nicht von äußeren Umständen abhängt, sondern von der inneren Qualität unseres Denkens und Handelns.

Daten zum Zitat

Autor:
Aristoteles
Tätigkeit:
Universalgelehrter, Philosoph, Naturforscher
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
Keine Emotion