Sie trotzen und hassen die Regierung immer mehr, aber sie wissen nicht, wie sie sie ändern sollen. Das Land sehnt sich nach einer Führung, und bisher bekommt es nur eine Schar frischer professioneller Anführer. Die nirgendwo ankommen. Die nirgendwo hin zu wollen scheinen. Wir leben in einer Welt der abgestumpften Politik. Die Armut nimmt zu, die Preise steigen, die Arbeitslosigkeit breitet sich aus, die Minen und Fabriken stagnieren, und nichts wird getan.
- Herbert George Wells

Klugwort Reflexion zum Zitat
Herbert George Wells beschreibt in diesem Zitat ein bedrückendes Bild politischer Stagnation und gesellschaftlicher Orientierungslosigkeit.
Er zeigt auf, wie die Unzufriedenheit mit der Regierung wächst, aber gleichzeitig die Ideen und Mittel fehlen, um Veränderung herbeizuführen. Dieses Dilemma, eine Mischung aus Protest und Resignation, spiegelt eine tiefe Frustration wider.
Die Suche nach echter Führung bleibt unerfüllt, da die als Anführer eingesetzten Personen ziellos erscheinen. Dies führt zu einer Welt der „abgestumpften Politik“, in der wichtige soziale und wirtschaftliche Probleme ignoriert werden.
Wells beleuchtet hier die gefährliche Dynamik, die entstehen kann, wenn Führung und Vision fehlen: Armut, Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Stagnation nehmen zu, während die Gesellschaft zunehmend das Vertrauen in ihre Institutionen verliert.
Das Zitat regt dazu an, über die Verantwortung von politischen und gesellschaftlichen Führungspersönlichkeiten nachzudenken. Es fordert den Leser indirekt auf, selbst Teil der Lösung zu werden, anstatt in Resignation zu verharren.
Die Botschaft ist eine eindringliche Erinnerung daran, dass echter Fortschritt nicht nur von Anführern abhängt, sondern auch von einer Gesellschaft, die bereit ist, sich aktiv für Veränderungen einzusetzen.
Zitat Kontext
Herbert George Wells, ein Pionier der Science-Fiction-Literatur und gesellschaftskritischer Denker, schrieb in einer Zeit, die von politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen geprägt war.
Dieses Zitat spiegelt die Frustration über die politischen Verhältnisse seiner Zeit wider, insbesondere in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, als viele westliche Gesellschaften mit wirtschaftlicher Instabilität und wachsender sozialer Ungleichheit zu kämpfen hatten.
Wells war ein scharfer Kritiker der herrschenden Eliten und glaubte, dass politische Führung oft mehr von Eigennutz als von echtem Interesse am Gemeinwohl geprägt war.
Philosophisch lässt sich das Zitat in den Kontext von Wells' utopischen Vorstellungen einordnen. Er glaubte an die Möglichkeit einer besseren Welt durch Wissenschaft, Bildung und soziale Reformen, sah aber auch die Hindernisse, die durch menschliche Trägheit und Machtmissbrauch entstehen.
In der heutigen Zeit bleibt das Zitat relevant, da es die Herausforderungen moderner Demokratien und den Bedarf an visionärer Führung beleuchtet. Es ruft dazu auf, politischen Stillstand zu überwinden und echte Lösungen für die drängenden Probleme der Gesellschaft zu finden.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Herbert George Wells
- Tätigkeit:
- britischer Schriftsteller, Historiker und Soziologe
- Epoche:
- Moderne
- Mehr?
- Alle Herbert George Wells Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion