Sie sind zu alt zum Rinaldini! Streichen Sie also den Grundsatz: »Was nicht dein g'hört, das laß liegen« nicht voreilig aus Ihrem Finanzsystem!

- Johann Nepomuk Nestroy

Johann Nepomuk Nestroy

Klugwort Reflexion zum Zitat

Johann Nepomuk Nestroy, bekannt für seinen scharfsinnigen Humor und seine Gesellschaftskritik, zeigt in diesem Zitat seine Fähigkeit, komplexe Themen wie Moral und Eigentum mit Leichtigkeit und Ironie zu kommentieren. Das Zitat richtet sich vermutlich an jemanden, der versucht, sich über moralische Grundsätze hinwegzusetzen, ähnlich wie der fiktive Räuber Rinaldini, ein Symbol für abenteuerlichen und skrupellosen Lebenswandel.

Nestroy erinnert daran, dass moralische Prinzipien wie „Was nicht dein gehört, das lass liegen“ nicht einfach ignoriert werden sollten – auch nicht in der Welt der Finanzen, wo Gier und unethisches Verhalten oft verlockend erscheinen. Seine humorvolle Bemerkung legt nahe, dass die Missachtung solcher Prinzipien langfristig zu Chaos und Ungerechtigkeit führen kann.

Diese Reflexion ist auch heute relevant, besonders angesichts globaler wirtschaftlicher Ungerechtigkeiten und Finanzskandale. Sie regt dazu an, ethische Grundsätze in persönlichen und geschäftlichen Entscheidungen zu berücksichtigen. Moralisches Handeln mag auf den ersten Blick altmodisch wirken, ist aber für ein gerechtes und stabiles Miteinander unerlässlich.

Nestroys Worte erinnern uns, dass Humor und Kritik Hand in Hand gehen können, um wichtige Botschaften zu vermitteln. Sein Zitat lädt uns ein, über die Werte nachzudenken, die unser eigenes „Finanzsystem“ – sei es materiell oder moralisch – prägen, und sicherzustellen, dass diese Werte nicht voreilig aufgegeben werden.

Zitat Kontext

Johann Nepomuk Nestroy, ein österreichischer Dramatiker und Schauspieler des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seinen scharfen Witz und seine pointierten Gesellschaftskommentare. Seine Werke, oft als Satiren auf die bürgerliche Moral und die sozialen Ungerechtigkeiten seiner Zeit, spiegeln eine tiefe Einsicht in menschliches Verhalten und gesellschaftliche Strukturen wider.

Dieses Zitat entstammt einem seiner Stücke, in denen Nestroy häufig übertriebene Charaktere und humorvolle Dialoge nutzte, um ernsthafte Themen zu behandeln. Der Verweis auf Rinaldini, einen romantisierten Räuber aus der populären Literatur, könnte eine Parodie auf das Ideal des rebellischen, aber unethischen Helden sein. Nestroy kontrastiert diesen Lebensstil mit dem alltäglichen Leben, in dem grundlegende moralische Prinzipien wie Respekt vor Eigentum von zentraler Bedeutung sind.

Auch heute bleibt Nestroys Werk bemerkenswert aktuell. Sein humorvoller Umgang mit moralischen Themen fordert uns auf, gesellschaftliche Normen und unser eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Dieses Zitat ist ein Beispiel dafür, wie Nestroy es verstand, ernste Botschaften mit Witz und Ironie zu transportieren, um das Publikum zum Nachdenken und Lachen gleichermaßen zu bringen.

Daten zum Zitat

Autor:
Johann Nepomuk Nestroy
Tätigkeit:
österr. Schauspieler, Dramatiker, Satiriker
Epoche:
Biedermeier
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Emotion:
Keine Emotion