Ohne Rechtschaffenheit ist es nicht leicht, in äußerem Glück die Bescheidenheit zu wahren.

- Aristoteles

Aristoteles

Klugwort Reflexion zum Zitat

Aristoteles’ Aussage „Ohne Rechtschaffenheit ist es nicht leicht, in äußerem Glück die Bescheidenheit zu wahren“ betont die fundamentale Bedeutung von innerer Tugend für den Umgang mit äußerem Erfolg. Rechtschaffenheit, verstanden als moralische Integrität und ethisches Handeln, dient hier als Anker, der Menschen davor bewahrt, durch Reichtum oder Macht hochmütig zu werden. Aristoteles zeigt, dass wahres Glück nicht allein in äußeren Gütern liegt, sondern in der Fähigkeit, mit diesen Gütern weise und bescheiden umzugehen.

Das Zitat regt dazu an, über die Beziehung zwischen inneren Werten und äußeren Umständen nachzudenken. Es mahnt, dass äußerer Erfolg oft die Gefahr birgt, die Bescheidenheit und den Sinn für Gerechtigkeit zu verlieren, wenn diese nicht durch eine starke moralische Grundlage gestützt werden. Aristoteles erinnert uns daran, dass wahre Größe nicht im Besitz von Macht oder Wohlstand liegt, sondern in der Fähigkeit, diese mit Demut und Verantwortungsbewusstsein zu nutzen.

Kritisch könnte man fragen, ob Rechtschaffenheit allein ausreicht, um Bescheidenheit zu wahren, oder ob auch soziale und kulturelle Faktoren eine Rolle spielen. Doch Aristoteles’ Aussage bleibt eine zeitlose Lektion: Ohne eine klare moralische Ausrichtung wird äußerer Erfolg leicht zu Arroganz oder Selbstüberschätzung. Sein Zitat ist ein Aufruf, inneren Werten Vorrang vor äußerem Glanz zu geben.

Zitat Kontext

Aristoteles (384–322 v. Chr.), ein einflussreicher griechischer Philosoph, befasste sich in seiner *Nikomachischen Ethik* mit der Frage, wie Menschen ein tugendhaftes und glückliches Leben führen können. Dieses Zitat ist ein Beispiel für seine Betonung der Tugenden als Grundlage eines erfüllten Lebens.

In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Status und äußeres Ansehen hoch geschätzt wurden, war Aristoteles’ Fokus auf innere Tugenden revolutionär. Er argumentierte, dass äußeres Glück nur dann dauerhaft und sinnvoll ist, wenn es mit innerer Rechtschaffenheit einhergeht.

Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es die Herausforderung anspricht, Bescheidenheit und Integrität in einer Welt zu bewahren, die oft materielle Erfolge und äußeres Prestige in den Vordergrund stellt. Es fordert uns auf, Glück und Erfolg nicht nur als äußere Errungenschaften, sondern als Ausdruck innerer Werte zu betrachten.

Daten zum Zitat

Autor:
Aristoteles
Tätigkeit:
Universalgelehrter, Philosoph, Naturforscher
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
Keine Emotion