Eine vollkommene Freundschaft gibt es nur zwischen guten und an Rechtschaffenheit sich gleichstehenden Menschen.
- Aristoteles

Klugwort Reflexion zum Zitat
Aristoteles’ Zitat beleuchtet die Idee der vollendeten Freundschaft, die in seinem Werk *Nikomachische Ethik* eine zentrale Rolle spielt. Er definiert diese Form der Freundschaft als eine Beziehung, die auf gegenseitiger Tugendhaftigkeit, moralischer Gleichheit und dem Wunsch nach dem Wohl des anderen basiert. Für Aristoteles ist eine solche Freundschaft selten, da sie ein hohes Maß an Charakter und moralischer Reife auf beiden Seiten erfordert.
Das Zitat lädt dazu ein, über die Qualität und die Basis unserer Freundschaften nachzudenken. Es unterscheidet zwischen oberflächlichen Beziehungen, die oft auf Nutzen oder Vergnügen beruhen, und einer tiefen, auf Rechtschaffenheit gegründeten Verbindung. Solche Beziehungen entstehen nicht durch Zufall, sondern erfordern gemeinsame Werte, gegenseitigen Respekt und eine kontinuierliche Entwicklung beider Personen. Aristoteles macht deutlich, dass wahre Freundschaft nur zwischen Menschen möglich ist, die einander moralisch ebenbürtig sind und sich gegenseitig in ihrer Tugendhaftigkeit stärken.
In einer Zeit, in der viele Beziehungen oft durch soziale Medien oder flüchtige Begegnungen geprägt sind, erinnert dieses Zitat an die Bedeutung von Tiefe und Authentizität in Freundschaften. Es inspiriert dazu, Beziehungen zu suchen und zu pflegen, die auf gemeinsamen Werten und gegenseitigem Wohlwollen basieren, und ermutigt, selbst ein ‚guter Freund‘ im aristotelischen Sinne zu werden.
Zitat Kontext
Aristoteles (384–322 v. Chr.), einer der größten Philosophen der Antike, beschäftigte sich in seiner *Nikomachischen Ethik* intensiv mit dem menschlichen Leben, der Tugend und der Bedeutung von Beziehungen. Für Aristoteles war Freundschaft ein wesentlicher Bestandteil eines erfüllten und glücklichen Lebens (*eudaimonia*). Er unterscheidet zwischen drei Arten von Freundschaft: jene des Nutzens, jene des Vergnügens und die vollkommene Freundschaft, die auf Tugend beruht.
Im Kontext seiner Zeit reflektierte Aristoteles eine Gesellschaft, in der Beziehungen oft durch soziale Hierarchien oder politische Zweckmäßigkeiten geprägt waren. Seine Idee der vollkommenen Freundschaft stellt einen Idealzustand dar, der über solche pragmatischen Verbindungen hinausgeht. Sie bleibt ein Leitbild für menschliche Beziehungen, das auf gegenseitiger moralischer Stärkung und einem tiefen Verständnis basiert.
Auch heute ist Aristoteles’ Vision von Freundschaft relevant. Sie erinnert daran, dass echte Beziehungen Zeit, Arbeit und vor allem Tugend erfordern. In einer Welt, die oft von Oberflächlichkeit geprägt ist, bietet seine Philosophie einen Kompass, um bedeutungsvolle und bereichernde Verbindungen aufzubauen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Aristoteles
- Tätigkeit:
- Universalgelehrter, Philosoph, Naturforscher
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion