Oft genügt der bloße Wille der Mächtigen, Großmut zu üben, aber sie versagen selbst das, was sie nichts kostet.

- Emanuel Wertheimer

Emanuel Wertheimer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Emanuel Wertheimers Zitat ist eine scharfsinnige Kritik an der menschlichen Natur, insbesondere an der Haltung der Mächtigen gegenüber Großmut und Verantwortung. Es beschreibt die Ironie, dass diejenigen, die über Mittel und Möglichkeiten verfügen, oft nicht einmal bereit sind, einfache Akte der Großzügigkeit oder Gerechtigkeit zu vollbringen, selbst wenn diese für sie keinerlei Opfer oder Anstrengung bedeuten. Das Zitat wirft ein Licht auf die Gleichgültigkeit oder den Egoismus, der Machtstrukturen oft innewohnt.

Die Aussage regt dazu an, über das Verhältnis von Macht und Verantwortung nachzudenken. Warum verweigern Mächtige manchmal das, was sie ohne großen Aufwand geben könnten? Liegt es in der Natur der Macht, dass sie eher bewahrt als geteilt wird? Oder ist es ein Mangel an Empathie und Perspektivwechsel? Wertheimers Worte fordern uns auf, über die moralischen Verpflichtungen von Macht nachzudenken und darüber, wie wichtig es ist, Großmut nicht als Schwäche, sondern als Stärke zu begreifen.

In einer Welt, in der soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten stark ausgeprägt sind, bleibt dieses Zitat hochaktuell. Es erinnert daran, dass wahre Größe nicht in der Anhäufung von Macht oder Reichtum liegt, sondern in der Fähigkeit, diese zum Wohle anderer einzusetzen. Wertheimers Worte sind ein Appell an die Mächtigen, Verantwortung zu übernehmen und Großmut als einen zentralen Bestandteil ihres Handelns zu erkennen.

Zitat Kontext

Emanuel Wertheimer (1846–1916), ein österreichischer Schriftsteller und Aphoristiker, war bekannt für seine tiefgründigen und oft pessimistischen Betrachtungen über die menschliche Natur und Gesellschaft. Seine Aphorismen, wie dieses Zitat, reflektieren eine scharfe Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, komplexe soziale und moralische Probleme prägnant auszudrücken.

Dieses Zitat entstand in einer Zeit, in der monarchische und aristokratische Machtstrukturen in Europa noch stark ausgeprägt waren. Es spiegelt eine Kritik an der Tendenz der Mächtigen wider, ihre Privilegien zu schützen, anstatt sie für das Gemeinwohl einzusetzen. Wertheimers Beobachtungen sind jedoch nicht auf seine Zeit beschränkt. Sie sind universell und sprechen eine Wahrheit aus, die in vielen politischen und sozialen Kontexten Gültigkeit hat.

Heute bleibt seine Botschaft relevant, da sie die Verantwortung von Macht und Reichtum in den Fokus rückt. Wertheimers Worte fordern uns auf, Machtstrukturen kritisch zu hinterfragen und Großmut als eine essenzielle Tugend anzuerkennen, die von denen verlangt wird, die das Privileg besitzen, Entscheidungen zu treffen und Ressourcen zu kontrollieren.

Daten zum Zitat

Autor:
Emanuel Wertheimer
Tätigkeit:
ungar. deutsch. österr. Aphoristiker und Schriftsteller
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion