O, es ist ein bitteres Gefühl, wenn man oft so hungrig ist, daß man vor Durst nicht weiß, wo man die Nacht schlafen soll.
- Johann Nepomuk Nestroy

Klugwort Reflexion zum Zitat
Johann Nepomuk Nestroys Zitat fängt mit bitterem Humor die Verzweiflung und Absurdität existenzieller Not ein. Die Überlagerung von Hunger, Durst und Obdachlosigkeit zeigt, wie sich extreme Lebenssituationen in einer Weise zuspitzen können, die sowohl tragisch als auch grotesk ist. Es beschreibt einen Zustand völliger Überforderung, in dem die dringendsten Bedürfnisse gleichzeitig aufeinanderprallen und keine Priorisierung mehr möglich ist.
Das Zitat regt dazu an, über die Fragilität der menschlichen Existenz nachzudenken. Es erinnert daran, wie nah Menschen oft an der Grenze des Zumutbaren leben und wie existenzielle Sorgen das Leben bestimmen können. Die absurde Formulierung verleiht der Aussage zusätzliche Schärfe, indem sie die Hilflosigkeit und den inneren Konflikt betont, den solche Umstände mit sich bringen.
Die Reflexion über dieses Zitat fordert uns auf, Mitgefühl für diejenigen zu entwickeln, die in solchen Situationen leben. Es mahnt uns, nicht gleichgültig gegenüber sozialer Ungleichheit und den Schwierigkeiten anderer zu sein. Darüber hinaus erinnert es uns daran, wie wertvoll die scheinbar selbstverständlichen Dinge wie Nahrung, Wasser und ein sicherer Schlafplatz sind.
In einer Zeit, in der soziale Unterschiede und ökonomische Unsicherheit vielerorts zunehmen, bleibt Nestroys Zitat erschreckend aktuell. Es ruft dazu auf, Verantwortung zu übernehmen, soziale Missstände zu erkennen und aktiv dazu beizutragen, die Lebensbedingungen aller Menschen zu verbessern.
Zitat Kontext
Johann Nepomuk Nestroy, ein österreichischer Dramatiker und Satiriker des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine pointierte Kritik an sozialen Missständen und die humorvolle, aber oft schmerzhaft ehrliche Darstellung menschlicher Schwächen. Dieses Zitat stammt aus einem seiner Werke, die häufig das Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlicher Ungerechtigkeit und individueller Würde thematisierten.
Im historischen Kontext des Vormärz in Österreich, einer Zeit wachsender sozialer Spannungen und Ungleichheit, spiegelte Nestroy mit seiner scharfen Feder die Not vieler Menschen wider. Hunger, Armut und Obdachlosigkeit waren damals wie heute zentrale Themen, die nicht nur physisches Leid, sondern auch seelische Zerrissenheit verursachen.
Auch in der heutigen Zeit hat Nestroys Aussage an Relevanz nicht verloren. Sie erinnert uns daran, wie wichtig es ist, soziale Probleme ernst zu nehmen und sich für eine gerechtere Welt einzusetzen. Sein Zitat ist eine kraftvolle Mahnung, die menschlichen Grundbedürfnisse als universelle Rechte anzuerkennen und daran zu arbeiten, dass niemand in solch einer verzweifelten Lage leben muss.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Johann Nepomuk Nestroy
- Tätigkeit:
- österr. Schauspieler, Dramatiker, Satiriker
- Epoche:
- Biedermeier
- Mehr?
- Alle Johann Nepomuk Nestroy Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion