Nun läuft aber alle analysis finitorum et infinitorum im Grunde doch auf Rechnerei zurück. Danach bemesse man den „mathematischen Tiefsinn“, über welchen schon Lichtenberg sich lustig macht.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Schopenhauer äußert hier eine kritische Sicht auf die Mathematik, insbesondere auf die sogenannte tiefsinnige Mathematik, die letztlich nur auf Zahlenoperationen reduziert wird.
Er hinterfragt, ob mathematische Tiefe wirklich existiert oder ob sie nur eine kunstvolle Form des Rechnens ist. Er verweist dabei auf Lichtenberg, der sich ebenfalls über übertriebene mathematische Spekulationen amüsierte.
Das Zitat fordert uns auf, über die Grenzen und Möglichkeiten der Mathematik nachzudenken. Ist sie ein Werkzeug zur Erkenntnis – oder bleibt sie letztlich ein formales System ohne tiefere Bedeutung?
Schopenhauer erinnert uns daran, dass nicht alles, was komplex erscheint, auch wirklich tiefgründig ist – und dass man immer hinterfragen sollte, ob eine Disziplin wirklich zu neuen Erkenntnissen führt oder nur ihre eigenen Regeln immer weiter verfeinert.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer war ein scharfer Kritiker der reinen Abstraktion und neigte dazu, vermeintlich tiefgründige Konzepte auf ihre Essenz zu reduzieren.
Sein Zitat steht im Kontext seiner allgemeinen Skepsis gegenüber einer rein mathematischen Betrachtung der Welt. Während er die Mathematik als nützlich anerkannte, zweifelte er an ihrem Wert als Mittel zur tieferen philosophischen Erkenntnis.
Auch heute bleibt diese Debatte relevant. Während die Mathematik in vielen Bereichen essenziell ist, stellt sich die Frage: Wo liegen ihre Grenzen? Schopenhauer erinnert uns daran, dass nicht jede komplexe Wissenschaft zwangsläufig eine tiefere Wahrheit über die Natur des Daseins offenbart.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion