Nach dem Gesetz der Natur ist es nur gerecht, dass niemand durch Schäden und Verletzungen, die ein anderer erleidet, reicher werden darf.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero thematisiert hier eine universelle und zeitlose Vorstellung von Gerechtigkeit, die sowohl im philosophischen als auch im rechtlichen Kontext eine zentrale Rolle spielt. Sein Zitat appelliert an ein moralisches Grundprinzip, das darauf abzielt, die Ausbeutung oder den persönlichen Vorteil auf Kosten des Leidens anderer zu verhindern. Diese Aussage ist besonders relevant in einer Welt, in der Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten oft aus der Schwäche oder dem Schaden anderer resultieren.
Das Zitat wirft die Frage auf, wie man Gerechtigkeit und Fairness im menschlichen Zusammenleben fördern kann. Es fordert eine ethische Haltung ein, die nicht nur das individuelle Handeln betrifft, sondern auch soziale und wirtschaftliche Strukturen. Ciceros Gedanken spiegeln sich in modernen Rechtsordnungen wider, die darauf abzielen, unrechtmäßig erworbenen Gewinn zu verhindern oder wiedergutzumachen, beispielsweise durch Schadensersatzrecht oder das Verbot unlauterer Geschäftspraktiken.
Darüber hinaus regt der Gedanke an, Verantwortung zu übernehmen und bewusst auf das Wohl anderer zu achten. Er fordert dazu auf, nicht nur eigene Interessen zu verfolgen, sondern auch die Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere kritisch zu hinterfragen. In einer zunehmend vernetzten Welt wird dieses Prinzip zu einer wichtigen Grundlage für nachhaltiges und ethisches Handeln.
Zitat Kontext
Cicero, einer der bekanntesten römischen Philosophen, Politiker und Rechtsgelehrten, lebte in einer Zeit, in der das Römische Reich durch politische Intrigen, soziale Ungleichheiten und juristische Reformen geprägt war. Dieses Zitat entstammt seinem Werk *De Officiis* („Über die Pflichten“), in dem er moralische und praktische Leitlinien für das menschliche Handeln formulierte. Ciceros Ziel war es, eine Ethik zu entwickeln, die auf Vernunft und Naturrecht basiert und das Wohl der Gemeinschaft fördert.
Die Aussage ist tief in der römischen Philosophie des Naturrechts verwurzelt, die davon ausgeht, dass es universelle, naturgegebene Gesetze gibt, die unabhängig von menschlichen Konstrukten existieren. Ciceros Betonung, dass niemand auf Kosten anderer bereichert werden darf, war nicht nur eine ethische Maxime, sondern auch eine Grundlage für das römische Recht, das später westliche Rechtstraditionen beeinflusste.
Heute bleibt diese Idee relevant, insbesondere in Diskussionen über soziale Gerechtigkeit, Wirtschaftsethik und globale Verantwortung. Sie stellt eine Grundlage für moderne Konzepte wie Corporate Social Responsibility (CSR) oder faire Handelspraktiken dar, die darauf abzielen, das Wohl anderer in den Mittelpunkt zu stellen und Ausbeutung zu verhindern. Ciceros zeitloser Appell zeigt, wie moralische Prinzipien dazu beitragen können, Gesellschaften gerechter zu gestalten.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion