Menschen fühlen sich manchmal durch Lob verletzt, weil es ihrem Verdienst eine Grenze setzt; nur wenige Menschen sind bescheiden genug, um sich nicht daran zu stören, dass man sie schätzt.

- Luc de Clapiers

Luc de Clapiers

Klugwort Reflexion zum Zitat

Luc de Clapiers beschreibt hier ein psychologisch interessantes Phänomen: Lob kann nicht nur Freude, sondern auch Unzufriedenheit auslösen.

Wenn jemand gelobt wird, könnte dies implizieren, dass er damit sein Maximum erreicht hat – und dass keine höhere Anerkennung mehr möglich ist. Dies kann Menschen dazu bringen, sich unwohl zu fühlen, da sie immer weiter wachsen und sich verbessern wollen.

Das Zitat fordert uns auf, über unsere eigene Reaktion auf Lob nachzudenken. Können wir Anerkennung annehmen, oder haben wir das Gefühl, dass sie uns in unserer Entwicklung einschränkt?

Luc de Clapiers erinnert uns daran, dass wahre Bescheidenheit nicht darin besteht, Lob abzulehnen – sondern es anzunehmen, ohne sich davon definieren zu lassen.

Zitat Kontext

Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues, war ein französischer Philosoph und Moralist des 18. Jahrhunderts, bekannt für seine scharfsinnigen Analysen menschlichen Verhaltens.

Sein Zitat steht in der Tradition der psychologischen Reflexion über Stolz und Bescheidenheit. Schon in der Antike wurde diskutiert, ob Lob motivierend oder hemmend wirkt. Viele große Denker – von Seneca bis Nietzsche – sahen Anerkennung als zweischneidiges Schwert: Einerseits ist sie Bestätigung, andererseits kann sie zum Stillstand führen.

Auch heute bleibt diese Einsicht aktuell. In einer Gesellschaft, die auf Leistung und Erfolg basiert, erinnert uns Luc de Clapiers daran, dass wahre Größe nicht darin liegt, nach immer mehr Anerkennung zu streben – sondern darin, mit sich selbst im Reinen zu sein, unabhängig davon, wie andere uns sehen.

Daten zum Zitat

Autor:
Luc de Clapiers
Tätigkeit:
französischer Schriftsteller, Philosoph und Moralist
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion