Mein lieber Setzer! Wir verhalten uns zueinander wie Leib und Seele; müssen daher, wie diese, einander unterstützen, auf daß ein Werk zu Stande komme, daran der Herr (Brockhaus) Wohlgefallen habe.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Arthur Schopenhauer vergleicht hier die Beziehung zwischen Autor und Setzer mit der zwischen Leib und Seele. Er betont die gegenseitige Abhängigkeit: Der Schriftsteller liefert die Ideen, doch ohne den Setzer – der die Worte in gedruckte Form bringt – bleibt das Werk unvollständig.
Diese Aussage spiegelt eine tiefe Erkenntnis über Zusammenarbeit wider. Kein großes Werk entsteht isoliert – es braucht mehrere Menschen, die gemeinsam daran arbeiten. Der Schriftsteller mag die Worte formen, aber erst die technische Umsetzung macht sie einem breiten Publikum zugänglich.
Dieses Zitat fordert uns auf, über unsere eigenen Beziehungen und Kooperationen nachzudenken. Welche Rollen spielen andere Menschen in unseren Erfolgen? Sind wir uns bewusst, dass unsere Leistungen oft auf der Arbeit anderer aufbauen?
Besonders heute, in einer Zeit, in der oft der Einzelne im Mittelpunkt des Erfolgs steht, bleibt Schopenhauers Einsicht relevant. Er erinnert uns daran, dass wahre Errungenschaften selten das Werk einer einzigen Person sind – sondern das Ergebnis von Teamarbeit, gegenseitiger Unterstützung und kollektiver Anstrengung.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer (1788–1860) war ein deutscher Philosoph, bekannt für seine pessimistische Weltanschauung und seine tiefgründigen Reflexionen über das menschliche Dasein.
Dieses Zitat steht im Kontext seiner Beziehung zum Buchdruck und zur Veröffentlichung seiner Werke. Schopenhauer erkannte, dass seine Gedanken nur durch die Arbeit des Setzers und des Verlags in die Welt gelangen konnten. Sein Vergleich mit Leib und Seele verdeutlicht, dass kreative und handwerkliche Arbeit untrennbar miteinander verbunden sind.
Der historische Kontext zeigt, dass Schopenhauer in einer Zeit lebte, in der Buchdruck und Verlagswesen noch weitgehend handwerkliche Prozesse waren. Seine Worte reflektieren die Notwendigkeit, dass Philosophen und Literaten ihre technischen Unterstützer wertschätzen sollten.
Auch heute bleibt seine Botschaft bedeutend. In einer Welt, in der digitale Technologien neue Formen der Publikation ermöglichen, erinnert uns sein Zitat daran, dass jede große Idee Menschen braucht, die sie verbreiten – und dass echter Erfolg oft das Ergebnis unsichtbarer, aber entscheidender Kooperationen ist.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion