Mein größter Wunsch ist es, meine Bücher in die Zimmer anderer Leute zu bringen und die Bücher anderer Leute aus meinen herauszuhalten.
- Samuel Butler

Klugwort Reflexion zum Zitat
Samuel Butlers Zitat spiegelt auf humorvolle Weise die Eigenarten von Autoren und Lesern wider. Es beschreibt den Wunsch eines Schriftstellers, seine Werke verbreitet und gelesen zu sehen, aber gleichzeitig einen starken Individualismus und eine gewisse Distanz gegenüber den Einflüssen anderer Autoren zu bewahren. Dieses Paradoxon – die Sehnsucht nach Relevanz und Einfluss bei gleichzeitiger Wahrung der kreativen Eigenständigkeit – ist für viele kreative Menschen nachvollziehbar.
Die Aussage lässt sich auch als Kommentar zur menschlichen Natur deuten: Menschen streben oft danach, gehört und anerkannt zu werden, während sie zugleich ihre eigene Sphäre schützen und sich vor äußeren Einflüssen abschirmen möchten. Butler bringt diese Dynamik mit ironischem Charme auf den Punkt, indem er sowohl die Eitelkeit als auch die Verletzlichkeit eines kreativen Geistes enthüllt.
Das Zitat regt dazu an, über die Balance zwischen Austausch und Abgrenzung im kreativen und intellektuellen Leben nachzudenken. Es stellt die Frage, wie offen wir für die Gedanken anderer sein können, während wir unsere eigene Identität und Unabhängigkeit bewahren. Es zeigt auch, wie komplex das Verhältnis von Schaffen und Rezeption ist: Einerseits möchten wir unser Werk teilen, andererseits fürchten wir, von fremden Einflüssen überwältigt oder vereinnahmt zu werden.
Im Kern spricht Butlers Zitat eine universelle Wahrheit an: den Wunsch nach Wirkung und Einfluss, aber auch die Angst, dabei die eigene Authentizität zu verlieren. Es ist ein humorvoller Aufruf zur Selbstreflexion über das Streben nach Anerkennung und den Schutz des eigenen kreativen Raums.
Zitat Kontext
Samuel Butler, ein britischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine satirischen und oft tiefgründigen Reflexionen über Kunst, Gesellschaft und menschliches Verhalten. Dieses Zitat spiegelt seinen scharfen Verstand und seine Fähigkeit wider, komplexe Themen mit Leichtigkeit und Ironie darzustellen.
Im historischen Kontext von Butlers Zeit stand die Buchkultur im Wandel. Die Verbreitung von Literatur wurde durch neue Technologien erleichtert, was sowohl Begeisterung als auch eine gewisse Skepsis auslöste. Butler, der selbst oft gegen den Strom seiner Zeit schrieb, zeigt in diesem Zitat eine Mischung aus Stolz auf das eigene Werk und Vorsicht gegenüber den Einflüssen anderer.
Auch heute ist das Zitat relevant, da es die Herausforderungen und Ambivalenzen des kreativen Schaffens beschreibt. In einer Welt, die zunehmend von Ideen- und Content-Sharing geprägt ist, erinnert es daran, wie wichtig es ist, die eigene Stimme zu finden und zu bewahren, während man sich gleichzeitig der Inspiration und den Einflüssen anderer öffnet.
Butlers Worte sind eine zeitlose Einladung, die Dynamik zwischen persönlichem Ausdruck und kulturellem Austausch zu reflektieren. Sie ermutigen dazu, die Balance zwischen Eigenständigkeit und Offenheit zu finden und dabei sowohl die eigenen Grenzen als auch die Möglichkeiten des Teilens und Lernens zu schätzen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Samuel Butler
- Tätigkeit:
- Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion