Mancher ist im Namen eines Lieblingsautors eifersüchtig – freuet sich über jedes Lob auf ihn –, aber bloß, weil er in sich eine Ähnlichkeit mit diesem ahnet.

- Jean Paul

Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat

Jean Paul beschreibt in diesem Zitat die subtile Form der Eitelkeit, die sich in der Verehrung von Lieblingsautoren ausdrücken kann. Die Freude über Lob für einen bewunderten Schriftsteller entspringt oft nicht reiner Anerkennung, sondern dem unbewussten Gefühl, selbst Ähnlichkeiten mit dessen Gedanken oder Stil zu haben. Dies verweist auf die psychologische Verbindung zwischen Selbstbild und Vorbildern.

Diese Reflexion lädt dazu ein, über die eigenen Beweggründe für Bewunderung nachzudenken. Verehrung kann mit dem Wunsch nach Selbstbestätigung verknüpft sein. Jean Paul fordert zur Ehrlichkeit gegenüber sich selbst auf: Bewundern wir den Autor wirklich um seiner Werke willen, oder weil wir uns selbst in ihm wiedererkennen?

Das Zitat regt an, eigene Vorbilder bewusster zu reflektieren und die Inspiration, die sie bieten, als Ansporn für eigenes Wachstum zu nutzen, statt sich durch sie indirekt zu erhöhen.

Es mahnt, Eitelkeit und echte Bewunderung auseinanderzuhalten und den Einfluss von Vorbildern kritisch zu hinterfragen.

Zitat Kontext

Jean Paul (1763–1825) war ein deutscher Schriftsteller, bekannt für seine psychologisch tiefgründigen und oft humorvollen Werke.

Dieses Zitat zeigt seine feine Beobachtungsgabe menschlicher Eitelkeit. In einer Zeit, in der literarische Kreise stark von gegenseitiger Anerkennung geprägt waren, erkannte Jean Paul die subtile Verbindung zwischen Bewunderung und Selbstbild.

Seine Gedanken bleiben relevant, da sie zur kritischen Reflexion über die eigenen Beweggründe für Bewunderung und Identifikation mit Vorbildern anregen.

Daten zum Zitat

Autor:
Jean Paul
Tätigkeit:
deutscher Schriftsteller
Epoche:
Romantik
Mehr?
Alle Jean Paul Zitate
Emotion:
Keine Emotion