Man fürchtet Kindern ideale Grundsätze beizubringen, aus Angst, sie könnten später ihren Mitmenschen nicht gewachsen sein.
- Emanuel Wertheimer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Emanuel Wertheimers Zitat beleuchtet ein oft unausgesprochenes Dilemma in der Erziehung: den Konflikt zwischen der Vermittlung idealer Werte und der Vorbereitung auf eine Realität, die diese Werte nicht immer widerspiegelt. Es deutet auf eine gesellschaftliche Skepsis hin, dass Kinder, die mit hohen moralischen Idealen erzogen werden, in einer oft kompromissbehafteten Welt nicht bestehen könnten.
Das Zitat lädt dazu ein, über die Rolle der Erziehung nachzudenken. Sollen wir Kinder darauf vorbereiten, pragmatisch und anpassungsfähig zu sein, oder sollten wir ihnen die Werkzeuge geben, eine bessere, idealistischere Welt zu schaffen? Wertheimers Aussage hinterfragt die Angst, dass ideale Grundsätze Schwäche bedeuten könnten, und fordert uns auf, den Mut zu haben, Kinder mit einer klaren moralischen Orientierung großzuziehen, auch wenn dies in einer oft unidealen Welt als Risiko erscheint.
Die Reflexion regt an, die Balance zwischen Idealen und Pragmatismus zu finden. Ideale Grundsätze sind nicht nur utopische Konzepte, sondern können als Leitlinien dienen, die Kinder befähigen, ihre Entscheidungen bewusst und ethisch zu treffen. Sie helfen, eine innere Stärke zu entwickeln, die auch in schwierigen Situationen Bestand hat. Die Angst, dass Ideale Schwäche bedeuten, könnte durch die Erkenntnis überwunden werden, dass wahre Stärke oft im Festhalten an moralischen Werten liegt.
In einer Welt, die oft von Zynismus und pragmatischer Anpassung geprägt ist, bleibt Wertheimers Gedanke aktuell. Er fordert dazu auf, an die Kraft von Idealen zu glauben und Kindern die Möglichkeit zu geben, mit Integrität und einem klaren Wertekompass zu wachsen. Seine Worte inspirieren dazu, die Erziehung als Chance zu sehen, nicht nur auf die bestehende Welt zu reagieren, sondern sie aktiv zu verbessern.
Zitat Kontext
Emanuel Wertheimer, ein österreichischer Schriftsteller und Philosoph des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, war bekannt für seine scharfsinnigen und oft provokanten Beobachtungen über Gesellschaft und menschliche Natur. Dieses Zitat reflektiert seine kritische Auseinandersetzung mit den Spannungen zwischen Idealismus und Realismus in der Erziehung.
Im historischen Kontext des aufkommenden Materialismus und der Industrialisierung, die Werte wie Effizienz und Anpassungsfähigkeit betonten, kritisierte Wertheimer die Tendenz, moralische Ideale zugunsten pragmatischer Überlegungen zurückzustellen. Seine Worte erinnern daran, dass Bildung nicht nur auf die Anpassung an bestehende Systeme abzielen sollte, sondern auch die Möglichkeit eröffnen muss, diese zu hinterfragen und zu verbessern.
Auch heute ist das Zitat relevant. In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Druck und Wettbewerb oft im Vordergrund stehen, erinnert Wertheimer daran, dass Ideale nicht veraltet oder naiv sind, sondern eine Grundlage für ethische Stärke und langfristigen Erfolg darstellen. Seine Worte sind ein Appell, Mut in der Erziehung zu zeigen und Kindern zuzutrauen, ihre Ideale mit der Realität in Einklang zu bringen und gleichzeitig an ihnen festzuhalten.
Wertheimers Aussage bleibt eine zeitlose Mahnung, den Wert moralischer Grundsätze nicht zu unterschätzen und Kinder als Träger einer besseren Zukunft zu betrachten, die durch Werte und nicht nur durch Pragmatismus geprägt ist.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Emanuel Wertheimer
- Tätigkeit:
- ungar. deutsch. österr. Aphoristiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Moderne
- Mehr?
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- Emotion:
- Keine Emotion