Leihest du, so kriegst du es nicht wieder. Gibt man dir's wieder, so geschiehst's doch nicht so bald und so wohl und so gut. Geschieht's aber doch, verlierst du einen guten Freund.
- Martin Luther

Klugwort Reflexion zum Zitat
Martin Luther beschreibt in diesem Zitat eine allzu menschliche Erfahrung: Geld oder Besitz zu verleihen kann Beziehungen belasten oder sogar zerstören.
Das Zitat beruht auf der Beobachtung, dass Schulden oft zu Konflikten führen. Wer Geld oder Gegenstände verleiht, hat die Erwartung, sie zurückzubekommen – doch oft geschehen Verzögerungen, Vergesslichkeit oder sogar bewusste Unehrlichkeit. Selbst wenn das Geliehene zurückgegeben wird, bleibt oft ein unangenehmes Gefühl zurück.
Luther spricht hier nicht nur von materiellen Dingen, sondern indirekt auch von Vertrauen. Wenn jemand eine Schuld nicht einlöst, entsteht Misstrauen. Wenn er sie zu spät oder in schlechtem Zustand zurückgibt, bleibt ein Makel auf der Beziehung. Und selbst wenn alles gutgeht, bleibt oft eine Unsicherheit bestehen – was zeigt, dass Geld und Freundschaft schwer zu vereinbaren sind.
Das Zitat regt dazu an, darüber nachzudenken, wie wir mit finanziellen oder materiellen Erwartungen in Freundschaften umgehen. Sollte man lieber auf das Verleihen verzichten, um Beziehungen zu schützen? Oder liegt wahre Freundschaft darin, Großzügigkeit zu zeigen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten?
Zitat Kontext
Martin Luther (1483–1546) war nicht nur Reformator, sondern auch ein scharfsinniger Beobachter des Alltagslebens. Seine Schriften enthalten viele praktische Ratschläge, oft mit einem moralischen oder theologischen Unterton.
Zur Zeit Luthers waren finanzielle Abhängigkeiten und Schulden oft existenzbedrohend. Viele Menschen waren von Krediten abhängig, während Wucherzinsen und ungerechte Schuldsysteme häufig zu sozialen Spannungen führten.
Sein Zitat reflektiert eine alte Weisheit, die sich bis heute bewahrheitet. Viele Freundschaften und Familienbeziehungen sind durch Geldprobleme belastet worden. Luthers Einsicht bleibt daher zeitlos: Geld kann eine Quelle von Misstrauen und Konflikten sein – und manchmal ist es besser, Freundschaften nicht mit finanziellen Erwartungen zu belasten.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Martin Luther
- Tätigkeit:
- deutscher Theologe, Mönch und Reformator
- Epoche:
- Spätrenaissance / Manierismus
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- Emotion:
- Keine Emotion