Kunst heißt, nicht wissen, daß die Welt schon ist, und eine machen.
- Rainer Maria Rilke

Klugwort Reflexion zum Zitat
Rainer Maria Rilkes Aussage „Kunst heißt, nicht wissen, daß die Welt schon ist, und eine machen“ beschreibt die schöpferische Kraft der Kunst, die sich nicht mit der bloßen Wiedergabe des Bestehenden zufrieden gibt, sondern die Welt neu gestaltet und interpretiert. Es ist ein Aufruf an die Künstler, sich nicht von der Realität einengen zu lassen, sondern eine eigene, einzigartige Vision zu erschaffen. Indem der Künstler die Welt ‚macht‘, bringt er etwas hervor, das über das Sichtbare hinausgeht und eine neue Perspektive eröffnet.
Dieses Zitat regt dazu an, über die Rolle von Kunst in unserem Leben nachzudenken. Kunst ist nicht nur eine Reflexion der Realität, sondern auch eine Erweiterung oder Transformation von ihr. Es zeigt, dass Kunst die Kraft hat, Neues zu schaffen, indem sie sich von den Beschränkungen des Alltags löst. Gleichzeitig fordert es den Künstler auf, mutig und erfinderisch zu sein, die Welt zu hinterfragen und eigene Antworten zu geben.
Die Aussage erinnert uns daran, dass Kreativität nicht darin besteht, die Realität unverändert zu akzeptieren, sondern darin, sie aktiv zu gestalten. Kritisch betrachtet, könnte man fragen, ob diese Haltung die Verbindung zur Realität gefährdet. Doch Rilkes Worte verdeutlichen, dass Kunst durch diesen schöpferischen Akt eine tiefere Wahrheit oder Bedeutung erreichen kann, die über das bloße ‚Sein‘ der Welt hinausgeht.
Zitat Kontext
Rainer Maria Rilke (1875–1926), einer der bedeutendsten Lyriker der Moderne, war bekannt für seine tiefgründigen und poetischen Reflexionen über Kunst, Leben und Spiritualität. Dieses Zitat passt in den Kontext seiner Gedanken über die schöpferische Natur des Menschen und die transformative Kraft der Kunst.
In einer Zeit des gesellschaftlichen und künstlerischen Umbruchs, geprägt von der Moderne und dem Übergang zur abstrakten Kunst, stellte Rilke die Frage, was Kunst ausmacht. Sein Werk zeigt, dass er die Kunst als einen Akt verstand, der über das bloße Abbilden der Realität hinausgeht und eine neue, eigene Welt schafft.
Heute bleibt das Zitat relevant, da es die Essenz kreativen Schaffens beschreibt. Es erinnert daran, dass Kunst ein Mittel ist, um die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern auch zu erweitern und zu transformieren. Rilkes Worte sind eine Einladung, die schöpferische Freiheit zu nutzen, um neue Perspektiven zu schaffen und die Welt durch die eigene Vision zu bereichern.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Rainer Maria Rilke
- Tätigkeit:
- österreichisch-deutscher Dichter
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion